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Produktion/Werkstoffe Motoren in der Fertigung einfahren

| Autor / Redakteur: SP-X/Hanne Lübbehüsen / Thomas Günnel

Es ist kein traditionsbedingter Mythos, sondern tatsächlich heute noch Realität: Damit der Motor eines Neuwagens rund läuft, muss er eingefahren werden. Forscher von fünf Fraunhofer-Instituten arbeiten daran, dass sich das bald ändert. Erste Erfolge gibt es bereits.

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Die so genannte Randschichtbildung, die eigentlich beim Einfahren des Motors stattfindet, wollen Chemnitzer Forscher in die Fertigung vorverlegen. Erreichen wollen sie das unter anderem mittels besonderer Schneiden für die Zylinderlaufflächen.
Die so genannte Randschichtbildung, die eigentlich beim Einfahren des Motors stattfindet, wollen Chemnitzer Forscher in die Fertigung vorverlegen. Erreichen wollen sie das unter anderem mittels besonderer Schneiden für die Zylinderlaufflächen.
(Foto: Fraunhofer IWU)

Wer dem Triebwerk seines Neuwagens vom ersten Kilometer an Höchstleistungen abverlangt, dem verschleißt der Motor schneller. Grund: Bauteile, die miteinander mechanischen Kontakt haben, wie Zylinderlaufbahn und Kolben, sind noch nicht perfekt aufeinander eingeschliffen. Für die ersten 1.000 Kilometer sollte man deshalb auf zu schnelles Beschleunigen, hohe Drehzahlen und ständige Kurzstrecken verzichten. Hier verfeinert sich auf Nanometer-Ebene noch die Oberfläche.

Randschichtbildung schon in der Fertigung

Komfortabler und durch weniger Reibung auch energiesparender wäre es natürlich, wenn die Teile schon aufeinander abgestimmt wären. Daran arbeiten verschiedene Fraunhofer-Institute: „Unser Ansatz ist es, den Prozess der Randschichtbildung in die Fertigung vorzuverlegen“, sagt Torsten Schmidt vom Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz. Zum Beispiel setzen die Forscher für das Präzisions-Bohren der Zylinderlaufflächen besondere Schneiden ein, die eine feinere Oberfläche hervorbringen. Im Versuchslabor klappt das bereits so gut, dass die Zylinderlauffläche des Versuchsmotors mit der gut eingelaufenen eines eingefahrenen Triebwerks vergleichbar ist. Jetzt arbeiten die Forscher daran, ihr Verfahren an Entwicklungstrends in der Automobilfertigung anzupassen.

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