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MVI Group MVI optimiert Rennfahrzeug für Le Mans

| Redakteur: Christian Otto

Der Entwicklungsdienstleister liefert auch dieses Jahr Know-how für den im 24-Stunden Rennen von Le Mans eingesetzten LMP2-Prototypen von Race Performance. Im Fokus steht vor allem die Verbesserung der Fahrdynamik.

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MVI-Geschäftsführer Rainer Kurek (Mitte) macht sich selber ein Bild von den Verbesserungen am Rennfahrzeug.
MVI-Geschäftsführer Rainer Kurek (Mitte) macht sich selber ein Bild von den Verbesserungen am Rennfahrzeug.
(Foto: Kristof Vermeulen)

Für den technischen Feinschliff ihres Oreca-Rennfahrzeugs für das 24h-Rennen von Le Mans holte sich der Schweizer Rennstall Race Performance auch dieses Jahr wieder industrielles Knowhow aus der Automobilindustrie. Eine erneute Kooperation und Partnerschaft mit dem Münchener Entwicklungs- und Beratungshaus MVI Group soll das Fahrverhalten des LMP-2-Boliden dieses Jahr noch weiter verbessern.

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Mit einer Optimierung bei Fahrwerk, Chassis und Aerodynamik sowie einer starken Besetzung im Cockpit durch das Rennfahrer-Ass Jeroen Bleekemolen rechnet sich Rennstall-Chef Michel Frey sehr gute Chancen aus für das diesjährige 24h-Rennen in Le Mans aus.

Technischer Feinschliff durch MVI Group

Die Ingenieure der MVI Group richten ihr Hauptaugenmerk diesmal auf die fahrdynamische Optimierung sowie das Reifenmanagement und Tyre Pressure Monitoring. Dabei wollen sie das Fahrverhalten des LMP-2-Prototypen an Vorder- und Hinterachse derart verbessern, dass auf der unebenen Rennstrecke von Le Mans durch das Ein- und Ausfedern des Fahrwerks der Winkel des Frontspoilers sich nur in einem sehr engen Toleranzbereich bewegt. Die Ingenieure möchten auf diese Weise erreichen, dass Aerodynamik und Rollwiderstand möglichst stabil bleiben. Zugleich verbessern sie hierdurch Bodenhaftung und Anbremsverhalten, was auch der aktiven Fahrzeugsicherheit dient.

Zudem will das MVI-Team aus der chemischen und physikalischen Analyse des Motoröls Rückschlüsse auf die Betriebsfestigkeit des Motors im Renneinsatz ziehen.

Für das Rennen setzt Race Performance auf eine ungewöhnliche technische Kombination ihres Fahrzeugs mit der Startnummer 34: Der LMP-2, ein offener Oreca 03 Spyder, wird in Le Mans von einem Judd-BMW-Triebwerk befeuert.

Oreca lässt MVI-Empfehlungen einfließen

Bereits vor einem Jahr bedienten sich die Schweizer des Expertenwissens der Münchener MVI-Fahrzeugentwickler. Durch das leistungsstarke Triebwerk hervorgerufene und nicht vorhersehbare Resonanzen sorgten am Leichtbau-Chassis des CFK-Monocoques für ernsthafte Probleme. Nur wenige Wochen vor dem Start in Le Mans 2012 drohten die Resonanzen den Einsatz des Rennboliden zu gefährden.

Analysen der MVI Group ergaben im hohen Drehzahlbereich des modifizierten Judd-BMW-Motors zu hohe Schwingungsbelastungen auf das CFK-Monocoque. Während des Rennens hätte dies ein Versagen der A-Frames bedeuten können. Die erarbeitete Lösung brachte das Team letztendlich sicher ins Ziel.

Zwischenzeitlich reagierte auch Hersteller Oreca und ließ die Empfehlungen der Münchener Experten in die Modifikation der aktuellen Konstruktion einfließen.

Leichtbaulösungen im Härtetest

„Langstreckenrennen wie Le Mans liefern für die Serienentwicklung von immer leichteren Automobilen beste Informationen“, begründet MVI-Geschäftsführer Rainer Kurek das wiederholte Engagement seines Hauses beim 24h-Rennen von Le Mans.

Denn auch für die Automobilhersteller zählt Leichtbau längst zu einem zentralen Entwicklungsthema „Das sind Erprobungen unter allerhärtesten Bedingungen und der ideale Ort für wertvolle Messdaten und Analysen, die wir bei der Serienanwendung sehr wohl zu nutzen wissen“, betont Kurek.

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