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Voestalpine Stahl Nachhaltiger Stahlleichtbau

| Autor / Redakteur: Michael Ziegler / Thomas Günnel

Das FutureSteelVehicle (FSV) zeigt in Zeiten des Magnesium-, Carbon- und Aluminium-Vormarschs das Potenzial des Traditionswerkstoffs Stahl im Leichtbau.

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Dr. Martin Peruzzi erklärt die künftigen Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffs Stahl im Leichtbau.
Dr. Martin Peruzzi erklärt die künftigen Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffs Stahl im Leichtbau.
( Foto: Thomas Günnel )

Dr. Martin Peruzzi, Leiter Innovationsmanagement der voestalpine Stahl GmbH in Linz/Österreich und Projektleiter des FSV, präsentierte beim „Automobil Industrie Leichtbau-Gipfel“ 2012 ein neuartiges Fahrzeugkonzept, mit dem Ziel, den besonderen Leichtbau-Anforderungen von Elektrofahrzeugen, unter Verwendung von sogenanntem lightweight steel gerecht zu werden. Das Projekt FutureSteelVehicle wurde von der Fachgruppe WorldAutoSteel des Weltverbands der Stahlhersteller initiiert und zeigt am Beispiel eines 2010er VW Polo, die durch den Einsatz von Stählen der aktuellen Entwicklungsstufe mögliche Gewichtsersparnis. Das Fahrzeug wurde dazu mit einem zusätzlichen Elektroantrieb und entsprechender Akkueinheit ausgestattet, die das Gesamtgewicht auf das Niveau aktueller Elektrofahrzeuge erhöht und so die Ausgangssituation für das Projekt darstellte.

Fest, leicht und kosteneffizient

Dass Stahl in Bezug auf die Festigkeit seit jeher ein bevorzugter Werkstoff ist, bringt keine überraschten Gesichter hervor. Der Aspekt Leichtbau wird hingegen eher selten mit diesem Material in Verbindung gebracht. Ein Blick in die Zahlen der neu entwickelten Stahlleichtbaukarosserie des FutureSteelVehicle dokumentiert, welch überraschendes Potenzial Stähle der nächsten Generation bieten. Gegenüber der Polo-Ursprungsversion, konnte das Gewicht der Karosseriestruktur von 231 auf 188 Kilogramm reduziert werden. Das entspricht einer Ersparnis von knapp einem Fünftel, wodurch das Mehrgewicht des E-Motors und der Akkus kompensiert wird. Möglich machen dies hochfeste Stähle mit Festigkeitswerten von bis zu 1.500 Mega-Pascal. „Der aufgezeigte Leichtbau im FSV lässt sich mit nur geringen Mehrkosten im Vergleich zu aktuellen Stahlbauweisen bewerkstelligen. Gleichzeit sinken durch das reduzierte Gewicht aber auch die Energie- und Batteriekosten“, erklärte Dr. Martin Peruzzi. Langfristig sei das Fahrzeug somit kosteneffizienter als der Vergleichswagen.

FutureSteel ist umweltfreundlich

Auch beim Thema Umweltschutz können die „Future Stähle“ positive Akzente setzen. Neben der generell durch Leichtbaumaßnahmen erzielten CO2-Reduzierung beim Energieverbrauch des Fahrzeugs selbst, entstehen auch bei der Materialproduktion ganze 10 Prozent weniger CO2. Darüber hinaus soll das Projekt die Entwicklung der E-Mobilität weiter vorantreiben und den Automobilherstellern zeigen, wie die dafür benötigten leichten Fahrzeugstrukturen gebaut werden können.

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