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Innovationspreis mtex

Neue Wirkerei-Technologie ermöglicht effektivere Herstellung von Mobiltextilien

| Redakteur: Michael Ziegler

Die vom 14. bis 16. Mai 2014 zum fünften Mal in Chemnitz stattfindende Internationale Ausstellung für Textilien und Leichtbau im Fahrzeugbau „mtex“ hat erstmals einen Innovationspreis vergeben.

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Einbringen der elektrisch leitfähigen Fäden in den Maschenbildungsprozess.
Einbringen der elektrisch leitfähigen Fäden in den Maschenbildungsprozess.
(Foto: TU Dresden/ITM)

Die Auszeichnung erhielt Christian Franz vom Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden. Der 28-jährige Diplom-Ingenieur wird geehrt für seine Leistungen im Rahmen des Forschungsprojekts „Kettengewirkestrukturen mit Funktionsintegration“.

Unter Federführung von Dr.-Ing. Gerald Hoffmann, Leiter der Forschungsgruppe „Flächenbildungstechnik“ am ITM, hat Christian Franz eine Technologie entwickelt, mit der beispielsweise die für Elektroautos benötigten leichtgewichtigen textilen Heizelemente effektiver als bisher hergestellt werden können. „Das ist ein weiterer Schritt hin zu allgemein erschwinglicher Elektromobilität“, begründete Jury-Vorsitzender Prof. Dr.-Ing. Markus Michael, Inhaber der Stiftungsprofessur für Technische Textilien & Textile Maschinenelemente an der TU Chemnitz, die Entscheidung des Preiskomitees: „Uns ist die Wahl nicht leicht gefallen. Insgesamt lagen sieben aussichtsreiche Bewerbungen für den von unserer Professur gestifteten Ehrenpreis vor, der nicht mit einer Geldzuwendung verbunden ist. Wir danken dem Fachbereich Textildesign der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Schneeberg für die Gestaltung unseres ersten ‚mtex-Pokals’. Kreiert hat ihn Denise Benzing im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs.“

Neues Schusseintragungssystem

Mit dem prämierten neuen Schusseintragungssystem aus Dresden sollen sich elektrisch leitfähige Fäden mit vergleichsweise geringem Aufwand in den Maschenbildungsprozess bei der Herstellung von technischen Gewirken einbringen lassen. Textilproduzenten, die sich einer entsprechenden Zusatzeinrichtung an ihren Kettenwirkmaschinen bedienen, sollen damit eine Kostenreduzierung von mindestens 80 Prozent erreichen können. In Deutschland verfügen rund 50 mittelständische Textilunternehmen über dafür geeignete Wirktechnik. „Als erstes praktikables Anwendungsbeispiel haben wir am ITM eine in einem Abstandsgewirke integrierte Heizstruktur für einen Autositz hergestellt. Wir werden sie auf unserem mtex-Stand sowie zum mtex-Symposium der Fachöffentlichkeit vorstellen“, berichtet Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Chokri Cherif und bedankt sich bei den Industriepartnern Karl Mayer LIBA Textilmaschinenfabrik, Naila, der Audi AG, Ingolstadt, und der B&R Industrie-Elektronik GmbH, Ismaning, für deren Unterstützung.

Parallel zur mtex gehen im Chemnitzer Messegelände die Leichtbau-Ausstellung für den Maschinen- und Anlagenbau LiMA, die Sächsische Industrie- und Technologiemesse SIT sowie das IT Anwenderforum über die Bühne. Im Rahmen der neu konzipierten „Chemnitzer Fachmessen“ präsentieren vom 14. bis 16. Mai rund 300 Austeller ihre Neuheiten. Außerdem finden Symposien und andere Fachveranstaltungen statt. Zu der erstmals im Messefoyer gezeigten Innovationsschau ist der Eintritt frei. Beim Fachkräfte- und Studententag am Freitag, 16. Mai, haben Schüler und Studenten freien Zutritt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Chemnitzer Fachmessen.

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