Fahrerassistenz Neues Testsystem für Automotive-Radarsensoren

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Für den ausgiebigen Test von Automotive-Radarsensoren für ADAS und autonomes Fahren arbeiten Rohde & Schwarz sowie Vector Informatik zusammen.

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Komplexe Fahrszenarien: Mit einem HiL-Test wird eine offene Simulationsumgebung mit einem Radarsystem kombiniert. Damit lässt sich die Hardware für ADAS und autonomes Fahren ausgiebig testen.
Komplexe Fahrszenarien: Mit einem HiL-Test wird eine offene Simulationsumgebung mit einem Radarsystem kombiniert. Damit lässt sich die Hardware für ADAS und autonomes Fahren ausgiebig testen.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Gemeinsam wollen Rohde & Schwarz und Vector Informatik an Closed-Loop-Szenario-Tests arbeiten. Das System besteht aus den Komponenten: Eine Software für virtuelle Testfahrten simuliert die Umgebung und stellt die Benutzeroberfläche für Szenario-Konfigurierung und Testausführung bereit.

Das Radartestsystem von Rohde & Schwarz generiert dynamische künstliche Objekte für den zu testenden Radarsensor, basierend auf Objektlisten, die in der Umgebungssimulations-Software von Vector implementiert sind.

Die Software CANoe von Vector empfängt über den Bus die Ausgangssignale des Radarsensors mit den detektierten Objekten. Anschließend analysiert und visualisiert die Software die Objekte. Außerdem werden die Parameterwerte der detektierten Objekte mit den simulierten tatsächlichen Werten (Ground-Truth-Daten) verglichen.

Der Aufbau des Radarsystems

Das Radartestsystem von Rohde & Schwarz besteht aus dem R&S AREG800A Automotive Radarechogenerator als digitales Backend und dem R&S QAT100 Antennenarray als Frontend. Für das Antennenarray werden komplexe künstliche Objekte mit variablem Abstand sowie variabler Radialgeschwindigkeit, Objektgröße und Einfallsrichtung für die Radarsensoren erzeugt. Vorteil: Eine physische Bewegung von Antennen oder Messgeräten ist nicht nötig.

Komplexe und riskante Fahrszenarien simulieren

Eine reaktionsschnelle, dedizierte Hardware-in-the-Loop-Schnittstelle konform zur ASAM Open-Simulation-Interface-Spezifikation erlaubt die realistische Over-the-Air-Stimulation von Radarsensoren mit anspruchsvollen, komplexen und sogar riskanten Fahrszenarien. Das Testsystem ist modular und skalierbar.

Ausgehend von grundlegenden radarbasierten ADAS-Funktionstests, beispielsweise für die adaptive Geschwindigkeitsregelung oder die automatische Notbremsung, können fortgeschrittene Testfälle über einfache Upgrades abgedeckt werden.

Was ist Hardware-in-the-Loop?

Mit Hardware-in-the-Loop-Tests lassen sich komplexe eingebettete Echtzeitsysteme wie ADAS schneller entwickeln. Das Testverfahren wird dann eingesetzt, wenn Prüfingenieure ein fertig montiertes Fahrzeug nicht mehr testen können oder der Test zu kostspielig, zeitaufwendig oder gefährlich ist. Dann werden der Betrieb und das Verhalten von unterstützenden Systemen elektronisch simuliert.

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