Endkunden-Studie Neuwagenkäufer haben hohes Interesse an Konnektivität

Redakteur: Michael Ziegler

Eine neue Studie von Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy untersucht Wahrnehmung, Interesse und Zahlungsbereitschaft bei Neuwagenkäufern in Deutschland in Bezug auf Connectivity-Angebote. Letzteres ist vor allem für sicherheits- und navigationsnahe Dienste hoch.

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Die Endkunden-Studie von Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Neuwagenkäufer an Connectivity-Angeboten interessiert sind.
Die Endkunden-Studie von Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Neuwagenkäufer an Connectivity-Angeboten interessiert sind.
(Grafik: Berylls)

Kaum ein Thema bewegt die Automobilindustrie aktuell so sehr wie die Vernetzung des Fahrzeugs – fast täglich wird über neue Initiativen, strategische Kooperationen oder innovative Hardware-Lösungen berichtet. Die Automobilhersteller versprechen sich durch „Connectivity Angebote“ nicht nur eine stärkere Kundenbindung sowie Differenzierung gegenüber Wettbewerb, sondern erhoffen sich vor allem substanzielle Zusatzerlöse durch den Dienste-Verkauf und verbesserten After-Sales.

Dass die OEMs jedoch insbesondere bei der Gestaltung und Vermarktung segmentspezifischer und bedarfsgerechter Angebote noch großen Handlungsbedarf haben, zeigt die erste Ausgabe des „Car Connectivity Compass 2013“, eine repräsentative, jährlich erscheinende Kundenstudie der Münchner Strategieberatungen Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy, für die über 1.000 Neuwageninteressenten in Deutschland befragt wurden.

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Mehr als 80 Prozent der Neuwagenkäufer sind interessiert

Neuwageninteressenten reagieren zunächst zurückhaltend, wenn sie auf ihr allgemeines Interesse an einem „vernetzten Fahrzeug“ angesprochen werden. Im Vergleich zu „klassischen“ Sonderausstattungen wie Ledersitzen oder Leichtmetallfelgen ist die Nutzung von internetbasierten Diensten zur Suche, Navigation oder zum Abruf aktueller Verkehrsinformationen bei der Auswahl eines Neuwagens nur für knapp jeden vierten Befragten ein wichtiges Kaufkriterium. Dies ändert sich jedoch, wenn den Kunden der Nutzen der Dienste transparent gemacht wird: „Mehr als 80 Prozent aller Neuwagenkäufer sind grundsätzlich bereit, für Connectivity-Dienste zu zahlen – Potenzial für kostenpflichtige Connectivity-Dienste und Pakete ist also grundsätzlich vorhanden“, erklärt Dr. Jan Burgard, Partner bei Berylls Strategy Advisors.

Jeder Zweite würde für Infotainment zahlen

Im Durchschnitt zeigen die Kunden aus dem abgefragten Angebot von 27 Connectivity-Diensten für zwei Dienste eine „sehr wahrscheinliche“, für weitere fünf Dienste immerhin eine „eventuelle“ Zahlungsbereitschaft. Das größte Interesse besteht vor allem an sicherheitsnahen Diensten – diese würden 70 Prozent der Befragten (eventuell) kostenpflichtig bestellen, während für Infotainment-Dienste immerhin noch knapp jeder Zweite zahlen würde.

Ähnlichkeit zu Smartphone-Apps

In Bezug auf Angebot, Nachfrage und Nutzungsszenarien scheinen autobezogene Connectivity-Dienste den mittlerweile etablierten Smartphone- beziehungsweise Tablet-bezogenen Apps auf den ersten Blick stark zu ähneln. Während die Attraktivität mobiler Betriebssysteme jedoch oftmals über die Menge der verfügbaren beziehungsweise neu hinzukommenden Apps gemessen wird, wünschen sich nur 43 Prozent der Neuwagenkäufer ein besonders breites oder ausgefallenes Angebot an Connectivity-Diensten.

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