Produktion auf dem Balkan Nidec erweitert Europa-Geschäft in Serbien

Autor: Hartmut Hammer

Der japanische Elektronikspezialist und Automobilzulieferer Nidec Corporation eröffnet einen neuen Entwicklungs- und Produktionsstandort in Serbien. Dort will das Unternehmen künftig einen beträchtlichen Teil des Europa-Geschäfts abwickeln.

Nidec will in Novi Sad sein europäisches Entwicklungszentrum und etliche Produktionslinien aufbauen.
Nidec will in Novi Sad sein europäisches Entwicklungszentrum und etliche Produktionslinien aufbauen.
(Bild: Nidec)

Am neuen Standort in Novi Sad, eine knappe Autostunde nordwestlich der serbischen Hauptstadt Belgrad, sollen im Sommer 2021 die Bauarbeiten beginnen – im Sommer 2022 will Nidec hier mit Entwicklung und Produktion beginnen. In einer ersten Phase will der Zulieferer mit knapp 500 Mitarbeitern in Novi Sad E-Motoren für die Lenkung eines Tier1-Lieferanten fertigen, Traktionsmotoren und Inverter für einen Hybridantrieb, sowie Kompressormotoren für die Gebäudeklimatisierung. Schon 2023, hofft Nidec, könnte Novi Sad die erste E-Achse für einen europäischen Kunden fertigen.

Seit 2019 hat der Zulieferer bereits mehr als 100.000 E-Achsen für sechs Fahrzeugmodelle von chinesischen OEMs geliefert. In Frankreich entwickelt Nidec in einem Joint Venture mit PSA Traktionsmotoren, die ab 2022 E-Autos von Citroën, DS, Opel und Peugeot antreiben sollen. Für die Mitte des Jahrzehnts erwartet Nidec eine stark anziehende Nachfrage nach seinem E-Achsen-Baukasten, der bis dahin Aggregate mit 50, 70, 100, 150 und 200 Kilowatt Leistung umfassen soll. Denn so manche Kunden, die bisher ihre ersten E-Antriebe selbst fertigen, würden die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produktion erkennen und sich dann nach einem leistungsfähigen Lieferanten von E-Antrieben umschauen.

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