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Oliver Zipse wird neuer BMW-Chef

| Autor/ Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse rückt an die Spitze des Münchener Automobilkonzerns. Er tritt zum 16. August die Nachfolge von Harald Krüger an, der Anfang Juli überraschend seinen Rückzug bekannt gab.

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Produktionsvorstand Oliver Zipse wird zum 16. August neuer BMW-Chef.
Produktionsvorstand Oliver Zipse wird zum 16. August neuer BMW-Chef.
(Bild: BMW)

Der Führungswechsel bei BMW ist unter Dach und Fach: Zwei Wochen nach dem Rücktritt von Konzernchef Harald Krüger hat der Aufsichtsrat des Münchener Autokonzerns den bisherigen Produktionsvorstand Oliver Zipse zum Nachfolger berufen. Der 55 Jahre alte Ingenieur übernimmt den Vorstandssitz schon in vier Wochen, am 16. August, wie das Unternehmen am Donnerstagabend (18. Juli) mitteilte.

Zipse hat seine gesamte Karriere bei BMW verbracht, zeitweise auch als Strategiechef. Er gilt als uneitel, aber durchsetzungsstark. Als Produktionsvorstand verantwortet er seither das mit Abstand größte Ressort im BMW-Konzern. Bei laufender Produktion muss er die Fabriken für den Bau von Elektroautos umrüsten, mit selbstbewussten Werksleitern und Betriebsräten gut zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass jährlich 2,5 Millionen Autos reibungslos vom Band laufen.

Zipse wurde 1964 in Heidelberg geboren, hat in den USA Informatik sowie Mathematik und in Darmstadt Maschinenbau studiert und 1991 bei BMW angefangen. Nach Stationen in München und Südafrika leitete er bis 2008 das Mini-Werk Oxford, war Chef der Technischen Planung, der Konzernplanung und der Produktstrategie und rückte 2015 in den Vorstand auf - schon damals als Nachfolger von Krüger, der vom Produktionsvorstand zum Vorstandschef aufstieg.

Zipse soll verlorenen Boden wieder gutmachen

Auf ihn warten große Baustellen. Wie die ganze Autobranche kämpft auch BMW mit der schwächeren Nachfrage und neuen Zollhürden. Der im Oktober anstehende Brexit stellt BMW vor Probleme. Zugleich muss BMW Milliarden in Zukunftstechnologien und vor allem in Elektroautos und die Umrüstung der Fabriken investieren. Ende Juni hatte der Konzern als neues Ziel ausgegeben, 25 elektrifizierte Modelle schon 2023 auf die Straße zu bringen und nicht erst 2025.

BMW rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinneinbruch und streicht wenig gefragte Modell- und Motorvarianten, will im Gegensatz zu anderen Autoherstellern aber keine Stellen abbauen. Bei den Verkaufszahlen hatte Mercedes BMW vor drei Jahren überholt, aber jetzt könnte sich Zipse die Krone zurückholen. Wer nach ihm das Produktionsressort übernimmt, dürfte der Aufsichtsrat voraussichtlich im Herbst entscheiden.

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