Pressebericht Opel-Chef: Nicht mehr Herr über die eigene Entwicklung

Autor: Jens Rehberg

Wie sich das gehört, macht Michael Lohscheller bei Opel bis zuletzt gute Miene zum bösen Spiel. Denn tatsächlich hat er nur noch „marginalen strategischen Handlungsspielraum“, wie das Handelsblatt schreibt.

Firmen zum Thema

Michael Lohscheller verlässt Opel Ende August mit unbekanntem Ziel.
Michael Lohscheller verlässt Opel Ende August mit unbekanntem Ziel.
(Bild: Opel)

Hauptgrund für den Rücktritt von Michael Lohscheller vom Posten des Opel-Chefs ist offenbar, dass der Manager seit knapp zwei Monaten operativ keinen Einfluss mehr auf seine wichtigste Abteilung hat. Das geht aus einem Hintergrundbericht des „Handelsblatts“ vom Freitag (23.07.) hervor. Demnach berichtet der oberste Opel-Ingenieur Marcus Lott seit Juni nicht mehr an Lohscheller, sondern an Nicolas Morel, den Stellantis-Kontrolleur der mittlerweile acht europäischen Entwicklungszentren im Konzern-Verbund.

Damit habe Lohscheller de facto keinen Durchgriff mehr auf die Opel-Entwicklungsabteilung, zitiert das Blatt eine Quelle aus dem Rüsselsheimer Management. Opel degeneriere nun schleichend zu einer reinen Verkaufsorganisation.

Seit Jahresbeginn hat Stellantis-Chef Carlos Tavares die Kompetenzen des Opel-Chefs noch einmal deutlich drastischer beschnitten als bereits zuvor: Nach und nach strich er das Opel-Top-Management von fünf auf zwei Köpfe zusammen – die Opel Automobile GmbH muss laut Satzung „mindestens zwei Geschäftsführer“ haben. Das verbliebene Duo aus Michael Lohscheller und Arbeitsdirektor Ralph Wangemann wirkte zuletzt einigermaßen konsterniert, heißt es laut „Handelsblatt“ im Kreis der leitenden Angestellten. Lohscheller war im Zuge der FCA-Integration bei Stellantis auch noch aus dem Konzernvorstand geflogen.

„Michael hatte die Nase voll“

Das Fazit des Magazins: Michael Lohschellers Rolle als Opel-Frontmann sei zuletzt zu kaum mehr als einem Verkaufs- und Marketingdirektor verkümmert mit marginalen strategischen Gestaltungsmöglichkeiten. Dementsprechend enttäuscht habe der Manager jüngst auf seine Kollegen gewirkt. Dazu zitiert das Blatt eine weitere Quelle: „Michael hatte die Nase voll.“

(ID:47537558)

Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Teamlead Newsdesk / Content Pool