Plug-In-Hybrid

Porsche 918 Spyder: Zukunft des Sportwagens?

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Drei Motoren treiben an

Um diesen Spagat zu stehen, spannen die Schwaben gleich drei Motoren zusammen: Das heiße Herz des 918 Spyder ist der V8-Benziner im Rücken der Passagiere. Direkt aus dem Rennsport übernommen, 4,6 Liter groß und 447 kW/608 PS stark, röhrt der hochdrehende Sauger schon beim ersten Kickdown so kraftvoll und ungeniert, als wolle er direkt gegen die stillen Stromer anschreien, die ihm zur Seite gestellt wurden. Dabei soll er, dirigiert von einer rasend schnellen Steuerelektronik, doch eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten mit dem flüsterleisen 95 kW/129 PS-Motor an der Vorderachse und der 115kW/156 PS starken E-Maschine im Heck, die beide gespeist werden aus dem 6,8 kWh großen Lithium-Ionen-Akku.

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Nordschleife unter sieben Minuten

Die Regie führt der Fahrer mit dem Gasfuß oder dem so genannten Map-Schalter am Lenkrad: Ähnlich wie das legendäre Manettino von Ferrari regelt es den Charakter und mit ihm die Betriebsstrategie des Öko-Renners: Vom rein elektrischen Betrieb in der ersten bis zum Race-Mode in der vierten Stufe. Und wer dann noch wie der Schütze im Kampfjet den roten Kopf drückt, der kann im Modus „Hot Lap“ für eine heiße Runde alle Reserven mobilisieren: Der Akku entlädt weiter, als es ihm auf Dauer gut tut, die E-Maschinen boosten, was das Zeugt hält und der Verbrenner dreht auf höchsten Touren. So schafft man den Sprint von 0 auf 100 in 2,6 Sekunden, stürmt in unter 20 Sekunden auf 300 km/h, erreicht bei Vollgas 345 km/h – und vor allem schafft man die Nordschleife so in weniger als sieben Minuten.

Insgesamt 1.280 Newtonmeter

Schaltet man die fünf Modi durch, erlebt man tatsächlich deutliche Unterschiede: Ruhig aber rasant fährt der 918 in der Grundstellung bis Tempo 150 rein elektrisch. Man erlebt den Hybridmodus mit dem effizientesten Zusammenspiel der beiden Motoren, in dem er den Normverbrauch von drei Litern schafft. Man freut sich am fast schon brutalen Brüllen des 4,6 Liter großen Rennmotors im Rücken, der so wunderbar vorlaut in die Strom-Stille platzt. Und vor allem staunt man, mit welcher Urgewalt der 918 einen Satz nach vorne macht, wenn die beiden E-Motoren und der Verbrenner gemeinsam zur Sache gehen. Zusammen 1.280 Nm katapultieren die 1,7 Tonnen schwere Karbonflunder dann nach vorne und pressen einen so tief in die Sitze, dass der eben noch verdammt knappe Hosenträger-Gurt plötzlich wieder ziemlich viel Spiel hat. Dabei bleibt der 918 sehr lange extrem gut beherrschbar. Ja, er ist bretthart gefedert, die Keramikbremsen haben einen Biss wie Höllenhunde und die Lenkung reagiert extrem scharf. Doch dafür kann man den Wagen mit Torque Vectoring und Hinterachslenkung so präzise um den Kurs führen wie ein Chirurg sein Skalpell.

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