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Porsche Porsche Boxster: Neues bei Technik und Werkstoffen Der Porsche Boxster bleibt sich auch in seiner dritten Modellgeneration treu. Äußerlich gibt es kaum Unterschiede zum Vorgänger. Dafür hat sich bei Technik und Werkstoffen viel getan.

| Autor/ Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Der Porsche Boxster bleibt sich auch in seiner dritten Modellgeneration treu. Äußerlich gibt es kaum Unterschiede zum Vorgänger. Dafür hat sich bei Technik und Werkstoffen viel getan.

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Steig ein, ich mache Spaß! Der neue Boxster wiegt bis zu 35 Kilogramm weniger und leistet in der Topmotorisierung 315 PS – fünf mehr als sein Vorgänger.
Steig ein, ich mache Spaß! Der neue Boxster wiegt bis zu 35 Kilogramm weniger und leistet in der Topmotorisierung 315 PS – fünf mehr als sein Vorgänger.
(Porsche)

Es gibt kaum ein neues Fahrzeugmodell, das nicht größer und schwerer als sein Vorgänger ausfällt. Der Grund dafür sind weiter wachsende Komfort- und Sicherheitsbedürfnisse und teils billigere Materialien. Diesen Trend konnten bislang nur wenige Hersteller stoppen. Bei einer Ikone hat Porsche es nun geschafft – und also solche wird man den Boxster 19 Jahre nach dem Debüt der ersten Studie auf der Automesse in Detroit bezeichnen dürfen.

Elemente aus dem 918

Der Zweisitzer, der auf den internen Entwicklungscode 981 hört, ist zwar um 3 cm länger geworden. Dafür ist er jetzt flacher und blieb in der Breite unverändert. Im Zusammenspiel mit einem um 6 cm längeren Radstand ergeben sich dadurch leicht veränderte Proportionen – man muss aber genau hinsehen, um die Unterschiede zu erkennen. Augenfälligste Änderung sind die Rückleuchten, aus denen eine Spoilerkante wächst. Diese erstreckt sich fast über die gesamte Fahrzeugbreite.

Das Interieur des neuen Boxster wirkt hochwertiger als bisher. Zudem wurden Elemente des kommenden Supersportwagens 918 integriert.
Das Interieur des neuen Boxster wirkt hochwertiger als bisher. Zudem wurden Elemente des kommenden Supersportwagens 918 integriert.
(Porsche)

Viel Mühe hat sich Porsche beim Interieur gegeben: Es wirkt in Formensprache und Materialien hochwertiger als bisher. "Wir haben das Design mit einer gewissen Vorsicht gepflegt", berichtet Porsche-Designmanager Matthias Kulla. Dabei hat seine Mannschaft mit Bedacht auch Elemente des kommenden Supersportwagens 918 integriert – etwa bei den Kotflügeln oder im Interieur. Das ist nicht zu weit hergeholt, denn der 918 steht dem Boxster schon durch sein Fahrzeuglayout konzeptionell näher als dem 911.

55 Kilogramm leichter

Fahrdynamiker halten das Mittelmotor-Konzept des Boxster ohnehin für überzeugender als das Heckmotor-Konzept des 911 – und sie werden befriedigt vermerken, dass Porsche das Gewicht des neuen Boxster je nach Motor- und Getriebeausführung um 25 bis 35 Kilogramm gesenkt hat. Ohne die Anpassungen an verschärfte Abgas- und Sicherheitsregularien sowie die verbesserte Leistung wären es sogar 87 Kilogramm gewesen. Allein im Karosserierohbau wurden 55 Kilogramm eingespart. Gelungen ist dies unter anderem durch eine Stahl-Hybridbauweise, die bei Karosserie und Struktur auf Aluminium, höherfesten Stahl, Mehrphasen-Stahl und borlegierten Stahl zurückgreift. Beim Verdeck kommen Stahl, Kunststoff, Aluminium und Magnesium zum Einsatz. Der Verzicht auf den Verdeckkastendeckel bringt zwölf Kilogramm Ersparnis.

Zehn PS stärker als der Vorgänger

Der 232 kW/315 PS starke 3,4-Liter-Motor des Boxster S wurde mit einer schaltbaren Resonanzklappe versehen und leistet jetzt 5 PS mehr als bisher. Ansonsten blieb er jedoch unverändert. Das Einstiegsmodell des Boxster erhält hingegen einen neuen Motor mit 2,7 Litern Hubraum, der direkt vom Boxster-S-Aggregat abgeleitet ist. Mit 195 kW/265 PS ist er zehn PS stärker als das Vorgängermodell. Beide Motoren sind Direkteinspritzer. Sie verfügen über Ventilhubumschaltung und variable Steuerzeiten auf der Einlassseite. Die Luft wird beidseitig angesaugt. Um den Luftstrom nicht zu behindern, misst das System den Saugrohrdruck mittels eines Drucksensors anstatt eines konventionellen Heißfilm-Luftmassenmessers. Der Boxster verfügt über Bordnetzrekuperations-Funktionen. Der Ladestrom des Generators wird bei voller Batterie gedrosselt. Der Verbrauch liegt je nach Modell im EU-Zyklus 1 bis 1,4 Liter unter dem des Vorgängermodells. Das Thermomanagement bringt dabei 0,2 Liter, das „Segeln“ beim optionalen PDK 0,1 Liter und die elektromechanische Lenkung ebenfalls 0,1 Liter Ersparnis.

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