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Porsche Boxster: Neues bei Technik und Werkstoffen

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„Sport Plus“ mit einem Stoß nach vorn

Für die Kraftübertragung ist ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe von Getrag zuständig. Eine optionale Schaltwegverkürzung gibt es nicht mehr. Gegen Aufpreis ist wie beim 911 ein „nasses“ ZF-Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) erhältlich, mit dem das Fahrzeuggewicht um rund 30 Kilogramm steigt. Es operiert in drei Modi: Im Normal-Modus arbeitet ein automatisches Start-Stopp-System, und der Boxster geht automatisch oder manuell in einen Freilauf, das Segeln, über, um die kinetische Energie des Fahrzeugs zu nutzen.

Die auffälligsten Änderungen befinden sich am Heck: Aus den Rückleuchten wächst eine Spoilerkante fast über die gesamte Fahrzeugbreite.
Die auffälligsten Änderungen befinden sich am Heck: Aus den Rückleuchten wächst eine Spoilerkante fast über die gesamte Fahrzeugbreite.
(Porsche)

Im Sport-Modus schaltet das Getriebe später. Im Sport-Plus-Modus versetzt beim Hochschalten eine Drehmomentüberhöhung dem Boxster einen Stoß nach vorn. Dieser Modus ist vor allem für die Rennstrecke gedacht. In den anderen Modi interpretiert das Getriebe übrigens die Fahrerintention anhand der aktuellen Fahrweise. Mit dem PDK schaltet der Boxster ohne Zugkraftunterbrechung und beschleunigt deshalb besser als mit dem manuellen Getriebe. Der Zyklusverbrauch ist ebenfalls niedriger, weil das Fahrzeug sich nicht an definierten Schaltpunkten orientieren muss, wie sie beim manuellen Schaltgetriebe vorgegeben sind. Aufgrund des niedrigeren Wirkungsgrades sinkt jedoch die Höchstgeschwindigkeit.

Größere Felgen, kein Differential

Der Boxster verfügt über eine neu konstruierte McPherson-Vorderachse und eine modifizierte McPherson-Hinterachse. Die Felgengröße ist um einen Zoll gewachsen, maximal sind 20-Zoll-Felgen vorgesehen. Das volle Potenzial des Fahrwerks lässt sich aber nur bei Zukauf einiger Komponenten ausloten. So bietet Porsche ein elektronisches Dämpfersystem, eine mechanische Hinterachs-Quersperre mit Bremseingriff für ein besseres Einlenkverhalten sowie dynamische Getriebelager an. Die Gewichtsverteilung beträgt 46 Prozent vorn und 54 Prozent hinten. Ein aktives Differenzial wird nicht angeboten, weil es zu schwer wäre.

Parkbremse elektrisch statt klassisch

Dafür bietet Porsche über die serienmäßige Vierkolben-Bremsanlage hinaus eine Keramik-Verbundbremse an, die nochmals bissiger anspricht und eine höhere Lebensdauer haben soll. Die bislang eingesetzte hydraulische Servolenkung ist einer elektromechanischen Servolenkung gewichen, die in ihrer Gattung zu den besten zählt. Puristen werden die elektrische Parkbremse monieren: Sie ist im Gegensatz zur bisher verbauten, klassischen Handbremse nicht mehr dazu geeignet, den Kurvenradius zu reduzieren.

Für rund 49.000 Euro aus Zuffenhausen oder Osnabrück

Gebaut wird der Boxster in Stuttgart-Zuffenhausen und in den ehemaligen Karmann-Werken in Osnabrück. Den vom Boxster abgeleiteten Cayman (intern: C7) will Porsche nur in Osnabrück montieren lassen. Das Vorgängermodell entstand unter anderem bei Valmet im finnischen Uusikaupunki - von dort sollte die Produktion zu Magna Steyr nach Graz wandern. Für den Wechsel nach Osnabrück sprach hingegen die Übernahme der Karmann-Werke durch Volkswagen, aber auch die Verstimmung des Konzerns über die Opel-Avancen von Magna.. Für den Endkunden ist der Boxster ab 48.291 Euro zu bekommen, die S-Variante kostet 59.120 Euro. Eine vollelektrische Variante ist bis auf Weiteres kein Thema. Für Fototermine und Erkenntnisse zur E-Mobilität sind derzeit die Entwicklungsfahrzeuge auf Basis des Vorgängermodells im Einsatz.

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