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Innovationsmanagement Produktentwicklung im Mittelstand optimieren

| Autor / Redakteur: Udo Mathee / Christian Otto

Professionelles Innovationsmanagement kann die Produktentwicklung mittelständischer Unternehmen optimieren. Die Firma Arup ließ sich daher bei ihrem neuen Wärmetauscherrohr von der Beratungsfirma Metatech unterstützen.

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Das „Online Fin Tube“ der Arup GmbH: Aus einer guten Idee wurde mit Hilfe von Metatech ein marktfähiges Produkt.
Das „Online Fin Tube“ der Arup GmbH: Aus einer guten Idee wurde mit Hilfe von Metatech ein marktfähiges Produkt.
(Arup GmbH)

Bisher wurden sie immer getrennt produziert - das flache Außenrohr und der Fin, um dann zu einem Wärmetauscherrohr für einen Ladeluftkühler montiert zu werden. Wäre es nicht möglich, beide Teile gleichzeitig zu formen – also online auf einer Maschine? Sie ‚zusammenzufalten‘ und zu einem Flachrohr zu verschweißen? Diese Idee beschäftigte Norbert Aplienz, Geschäftsführer der Arup Alu-Rohr und Profil GmbH in Dortmund. Das Unternehmen fertigt jährlich 160.000 Kilometer dieser Wärmetauscherrohre aus Aluminium und beliefert damit über 40 Kunden weltweit. Mit dieser neuen Methode müssten Hüllrohr und Fin nicht mehr getrennt eingekauft, gelagert, konfektioniert und aufwendig ineinander montiert werden. Der Kunde könnte sich stattdessen einfach die gewünschte Länge vom Rohr abschneiden.

Keine nur theoretischen Hilfestellungen

Gute Ideen zu entwickeln ist für mittelständische Unternehmen meist kein Problem. Schwierig wird es oft erst bei der Umsetzung, wenn ihnen Erfahrung fehlt und sie technisches und wirtschaftliches Neuland betreten. Eine gute Idee ist eben noch kein marktfähiges Produkt. Aplienz suchte deshalb zur Entwicklung dieses „Online Fin Tube (OLF)“ schon 2009 die Unterstützung der Metatech GmbH in Kamen: „Wir wollten keine theoretischen Hilfestellungen. Wir wollten einen technologie- und umsetzungsorientierten Partner, der bereit war, nicht nur das Projekt mit kritischen Blicken zu betrachten, sondern auch den gesamten Weg mit uns zu gehen.“ Metatech-Geschäftsführer Dr. Claus-Michael Rogall erklärt den Ansatz: „Gemeinsam mit dem Kunden gilt es, zu Beginn eines solchen Projektes dessen oft noch diffuse erste Ideen eindeutig zu definieren.“ Die zweite Stufe des Innovationsmanagements befasst sich dann mit deren systematischer Bewertung. Dazu ermittelt Metatech das Erfolgspotenzial jeder Produktidee mit Hilfe einer Reihe von Merkmalen, z.B. dem Kundenmehrwert gegenüber der bisherigen Lösung, der Differenzierung vom Wettbewerb oder der Anzahl der in Frage kommenden Kunden.

Der speziell geformte Einsatz ermöglicht die hohe mechanische Stabilität des „Online Fin Tube“.
Der speziell geformte Einsatz ermöglicht die hohe mechanische Stabilität des „Online Fin Tube“.
(Arup GmbH)

Ein anderer Gesichtspunkt ist der Umsetzungsaufwand. Kann das Unternehmen das Vorhaben überhaupt finanziell und personell stemmen? Bei aller Sorgfalt einer detaillierten Machbarkeitsüberprüfung, bleiben trotzdem Risiken bestehen. "Ein Externer kann dabei viel konsequenter auch schmerzhafte Stellen abklopfen“, meint Rogall. Auf diese Weise wurden bei Arup auch noch andere Produktideen geprüft und miteinander verglichen. Dem neuen Wärmetauscherrohr bescheinigte Metatech schließlich die höchsten Erfolgsaussichten.

Förderung durch den Bund

Innovationsprojekte sind teuer. Darum unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie diese mit Förderprogrammen. „Viele mittelständische Unternehmen haben jedoch keine großen Erfahrungen mit der Antragstellung und der Abwicklung“, stellt Metatech-Berater Dr. Christian Bach fest. Er ermittelte das geeignete Format aus dem „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand“, mit dem die internen und externen Entwicklungsaufwände bei Arup wirkungsvoll gefördert wurden. Im März 2010 konnte das Projekt „Online Fin Tube“ mit der Produktspezifikation, der Entwicklung der Fertigungsfolge und dem Layout der Anlage beginnen. Metatech übernahm dabei federführend das Projektmanagement und half leistungsfähige Projektpartner auszuwählen.

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