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Eaton Produktionskapazitäten für Hohlventile erweitert

| Redakteur: Thomas Günnel

Das Industrieunternehmen Eaton baut in seinem deutschen Werk in Nordhausen die Produktionskapazitäten für Hohlventile deutlich aus. Aufgrund des anhaltenden Trends zum Downsizing von Verbrennungsmotoren steige auch die Nachfrage nach intern gekühlten Motorventilen stetig an.

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Ventilproduktion in Nordhausen: Eaton verzeichnet eine stärkere Nachfrage nach Hohlventilen.
Ventilproduktion in Nordhausen: Eaton verzeichnet eine stärkere Nachfrage nach Hohlventilen.
(Eaton)

Mit den jetzt neu montierten Fertigungsanlagen wird Eaton diesem Bedarf gerecht und kann sein jährliches Produktionsvolumen für Hohlventile in Nordhausen fast verdoppeln. Der Fertigungsstandort Nordhausen ist das „Exzellenzzentrum für die Hohlventilproduktion“ von Eaton. Hier entwickelt der Zulieferer das endgültige Design der Ventile sowie ihren Herstellungsprozess. Die neu installierten Werkzeugmaschinen hat Eaton zum größten Teil in seinem italienischen Standort Bosconero selbst entwickelt und gefertigt.

„Das heute übliche Downsizing hat kleinere Motoren mit höherer Leistungsdichte zur Folge. Gleichzeitig steigt aber auch die Beanspruchung der Bauteile im Brennraum – wie der Ein- und Auslassventile – deutlich an. Sie unterliegen sowohl höheren thermischen als auch höheren mechanischen Belastungen. Aus diesen Gründen ist die Nachfrage nach unseren intern gekühlten Motorventilen in letzter Zeit stark angestiegen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, in die neuen Anlagen für unser Werk in Nordhausen zu investieren“, erklärte Carlo Ghirardo, Vizepräsident und Geschäftsführer Ventiltrieb bei Eaton.

Der Fertigungsprozess

Eaton fertigt seine Hohlventile in einem nach eigenen Aussagen einzigartigen Prozess: Üblicherweise wird separat in Ventilkopf und -schaft gebohrt, und anschließend werden beide Teile Rohr-an-Rohr miteinander verschweißt.

Aus einem Teil: Der Hersteller bohrt vom Ventilkopf in den Schaft. Nach der Befülung mit Natrium wird die Bohrung mit einer Laserschweißnaht verschlossen.
Aus einem Teil: Der Hersteller bohrt vom Ventilkopf in den Schaft. Nach der Befülung mit Natrium wird die Bohrung mit einer Laserschweißnaht verschlossen.
(Eaton)

Das Unternehmen bohrt stattdessen direkt vom Ventilkopf aus in den Schaft. Damit entfällt eine Schweißnaht auf dem Ventilschaft. Nachdem das Natrium eingefüllt ist, wird die Bohröffnung mit einer Laserschweißnaht verschlossen. Mit diesem Prozess fertigt Eaton einen längeren und homogeneren Hohlraum, der mit einer größeren Natriummenge gefüllt werden kann und somit eine bessere interne Kühlleistung erzielt. Dieses Ventildesign ist weder in Größe noch in Schaftdurchmesser begrenzt. Das Gewicht der intern gekühlten Ventile ist bis zu 25 Prozent reduziert und ihre Betriebstemperatur senkt sich um bis zu 70 °C, sodass sie sich aus Standard-Ventilmaterialien produzieren lassen.

Eaton fertigt jährlich rund 300 Millionen Ventile in Europa sowie in Nordamerika, Südamerika, Indien und dem asiatisch-pazifischen Raum. Die europäischen Produktionsstandorte befinden sich im deutschen Nordhausen, im polnischen Bielsko-Biala sowie in Bosconero und Monfalcone, Italien.

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