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FAG Radlager mit Stirnverzahnung

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Lagerspezialist FAG hat ein neues Radlagerkonzept vorgestellt, das über eine Stirnverzahnung mit der Gelenkglocke verspannt ist.

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Das neue Lager ergebe einen Gewichtssvorteil von etwa zehn Prozent und eine im Vergleich zur konventionellen Radialverzahnung deutlich vereinfachte Montage, teilte das Schweinfurter Unternehmen mit. Die konstruktive Nutzung des Wälznietbundes als Träger einer spielfreien Axialverzahnung mache eine wirtschaftliche Fertigung dieses Radlagermoduls erst möglich.

Geringes Gewicht, wirtschaftliche Montage

Normalerweise erfolgt die Übertragung des Antriebsmomentes zwischen dem Radlager und der Gelenkglocke über eine Radialverzahnung. Um die Montage zu erleichtern hat diese Verzahnung in der Regel ein gewisses Spiel.

Durch die tägliche Belastung im Fahrbetrieb besteht das Risiko, dass sich der Verband über das Montagespiel hinaus permanent weiter lockert – Komforteinbußen, eine unangenehme Geräuschkulisse bis hin zu Ausfällen des Lagers können die Folgen sein.

Abhilfe schafften Lösungen, die das Radialspiel konstruktiv auf Null reduzierten. Allerdings musste dieser Vorteil durch aufwändige Montagetechnologien bisher teuer erkauft werden.

Das neue FAG-Radlagermodul mit Stirnverzahnung soll hingegen durch einfachste Montage punkten. Die selbst zentrierende Axial-Verzahnung wird an die Gelenkglocke angelegt und über die Zentralschraube im Verband fixiert (s. Grafik in der Bildergalerie). Im Betrieb bleibt das Lager komplett spielfrei in der Verzahnung. Im Vergleich zu einem konventionellen Lager wiegt das System laut Unternehmensangaben rund zehn Prozent weniger. An vier Rädern im Fahrzeug summiert sich die Gewichtseinsparung zu mehr als einem Kilogramm.

Der Wälznietbund macht’s möglich

Die Idee der Stirnverzahnung ist nicht neu – allerdings ist die wirtschaftliche Herstellung dieses Konstruktionsdetails erst durch die Nutzung des Wälznietbunds als Träger der Verzahnung möglich geworden. Im Jahr 1989 hat FAG, damals zunächst im Radlager für den Seat Marbella, später auch in den Mittelklasselimousinen von BMW, mit dem Wälznietbund den Lager-Innenring axial geklemmt und die damals übliche Verschraubung so überflüssig gemacht. Im neuen Radlagerkonzept wird die Stirnverzahnung durch präzise Kaltumformung auf dem Wälznietbund aufgebracht (s. Foto in der Bildergalerie). Umfangreiche Versuchsreihen hätten gezeigt, dass die Momentenübertragung bei der Stirnverzahnung im Vergleich zur Radialverzahnung vor allem durch den größeren Durchmesser des Verzahnungsteilkreises deutlich höher sei, so FAG weiter.

Serieneinführung 2009

Die Ingenieure der Schaeffler KG arbeiten seit 2004 an der neuen Konstruktionsidee – schon im nächsten Jahr ist eine Serieneinführung in allradgetriebenen Limousinen der Mittel- und Oberklasse geplant.

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