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Fahrzeugtechnik Roboter wuchtet bei VW die Räder aus

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Jens Scheiner

Um Vibrationen nach dem Reifenwechsel zu vermeiden werden die zu montierenden Räder zuvor ausgewuchtet. Bei VW übernimmt das exakte Auswuchten nun ein Roboter – in einem Pilotprojekt. Die bisherigen Ergebnisse mit der ersten vollautomatischen Anlage in Europa sind laut den Wolfsburgern überzeugend.

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Roboter in Aktion: In der "automatischen Gewichtesetzstation" misst ein Sensor die Kontur der Felge und der Roboter setzt das Ausgleichsgewicht mit exakt dem richtigen Anpressdruck dort ein, wo es den einwandfreien Rundlauf gewährleistet.
Roboter in Aktion: In der "automatischen Gewichtesetzstation" misst ein Sensor die Kontur der Felge und der Roboter setzt das Ausgleichsgewicht mit exakt dem richtigen Anpressdruck dort ein, wo es den einwandfreien Rundlauf gewährleistet.
(Foto: VW/Detlev Wecke)

Beim Reifenwechsel von Sommer- auf Winterreifen werden die Räder vor der Montage ausgewuchtet. Eine Unwucht tritt immer dann auf, wenn die Drehachse nicht exakt durch den Schwerpunkt des rotierenden Rades verläuft. Das führt zu Vibrationen und erhöht den Verschleiß. Deshalb wird mit einem Ausgleichsgewicht, das ein Monteur an der Felge befestigt, das Rad ausgewuchtet. Danach verläuft seine Drehachse wieder exakt durch Schwerpunkt des Rads. Eine Unwucht am Reifen von zehn Gramm kann beispielsweise im Fahrbetrieb bei 100 km/h eine Kraft erzeugt, die 2,5 Kilogramm entspricht. Erstes Anzeichen für eine Unwucht ist zumeist ein Flattern des Lenkrades bei höheren Geschwindigkeiten und der Wagen zieht später aus der Spur.

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Vollautomatisch

In der Produktion von Neuwagen übernehmen spezielle Mitarbeiter das Auswuchten - mit einem „kräftigen Daumen“ zum Einkleben der entsprechenden Ausgleichsgewichte. Je nach Felge und Reifen können die zwischen fünf Gramm und 60 Gramm wiegen. Das Gewicht wird bisher bei VW den Mitarbeiten über Leuchtanzeige angezeigt und per Laser markiert, wo es sitzen muss. Dann kommt der kräftige Daumendruck auf das einzuklebende Gewicht, der Auswucht-Prozess ist abgeschlossen und das Rad ist fertig für die Montage. Allein an nur einer Montagelinie im Werk Wolfsburg müssen arbeitstäglich so rund 4.500 Rädern ausgewuchtet werden. Das ist jetzt in der Pilotanlage passé. Alles ist dort mechanisiert. In der „automatischen Gewichtesetzstation“, so die Werksbezeichnung, kommt das jeweils für das auszuwuchtende Rad ermittelte „Gewicht“ passgenau abgeschnitten von der Rolle. Ein Sensor misst die Kontur der Felge und der Roboter klebt das Gewicht mit exakt dem richtigen Anpressdruck dort ein, wo es den einwandfreien Rundlauf gewährleistet. Das Ausgleichs-Gewicht ist jetzt ein Metall-Kunststoff-Verbund als viskoelastisches Klebeband, das von 3M entwickelt wurde. Die Technik der am Pilotprojekt beteiligten Unternehmen, 3M und Dominion, wurde bereits in den USA erprobt. Trotzdem wird während der Dauer des Projekts, das noch bis Sommer 2015 läuft, jedes einzelne Rad überprüft, ob der Roboter das Gewicht exakt gesetzt hat.

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