Motorsport Engineering

Seat schafft sich eine eigene Sportmarke

| Autor / Redakteur: Ampnet/Tim Westermann / Jens Scheiner

Die spanische VW-Tochter Seat baut ihre Performance-Abteilung Cupra zu einer eigenständigen Sportmarke aus.
Die spanische VW-Tochter Seat baut ihre Performance-Abteilung Cupra zu einer eigenständigen Sportmarke aus. (Bild: Cupra)

Cupra – so heißen die heißblütigsten Vertreter von Seat. Aus dem Zusatz in der Modellbezeichnung machen die Spanier nun eine eigene Sportmarke, die dem Spirit der Volkswagen-Tochter noch mehr Ausdruck verleihen soll.

Das neue Label basiert nicht zuletzt auch auf den wachsenden Verkaufserfolgen. 468.400 verkaufte Autos im Jahr 2017 bestätigen das stete Wachstum von Seat in den zurückliegenden fünf Jahren mit einem Plus von insgesamt 46 Prozent.

Beflügelt von den Erfolgen des Ibiza als Sieger zahlreicher Vergleichstests und Finalist der diesjährigen „Car of the Year“-Wahl wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht nur 900 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung investiert. Auch das kleine SUV Arona kam zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt und entpuppt sich als Margenbringer für die Spanier. Das Geschäft mit den sportlichen Cupra-Typen verzeichnete in den zurückliegenden drei Jahren eine Verdopplung. Seit der Einführung dieser Speerspitzen der spanischen Marke wurden bis heute mehr als 60.000 Einheiten in 17 verschiedenen Ausführungen in 40 Ländern verkauft.

Limitierte Auflage soll Begehrlichkeit wecken

Seat-Vorstandsvorsitzender Luca de Meo betitelt die Cupra-Derivate als „Liebeserklärung an den Motorsport.“ Deswegen setzt er bei der hauseigenen neuen Performancemarke auf die Mitarbeiter der Motorsportdivision des Unternehmens. Vertriebs- und Marketingvorstand Wayne Griffiths spricht dabei gerne von dem englischen Wort „sophisticated“ was sich im Deutschen am ehesten mit dem „besonderen Etwas“ übersetzen lässt. Mit dem Label Cupra möchte Seat eine eigene, exklusive Community aufbauen und rechnet damit, dass die Sportmodelle künftig rund zehn Prozent des gesamten Produktmixes ausmachen werden. Dennoch wollen die Spanier bewusst auf eine Verknappung der Verfügbarkeit dieser Autos setzen, „um das Verlangen zu steigern“, wie Griffiths sagt. Um die neue Marke weiter aufzuladen, soll zusätzlich Zubehör unter dem Cupra-Label entwickelt und vermarktet werden.

Im ersten Schritt wird rund einer von fünf Seat-Händlern als Cupra-Spezialist zertifiziert, um die Autos und die exklusiven Produkte aus der Cupra-Welt zu den Kunden zu tragen. Unter anderem profitieren die Kunden vom „Cupra Care Program“, das neben einer erweiterten Vier-Jahres-Garantie auch eine verbesserte Pannenhilfe beinhaltet. Um den Launch der neuen Marke zu unterstreichen, präsentierten die Spanier auch gleich drei neue Produkte in Terramar. Nur kurz gönnte Seat einen Blick auf den kommenden Kombi. Der Cupra R ST zeigt schon vom Design, dass er sportliche Ansprüche hat: Carbon-Außenspiegel, 400 Newtonmeter Drehmoment, Allradantrieb, Sportfahrwerk mit einer verbreiterten Spur, vier Auspuffrohre und jede Menge Alcantara im Innenraum.

Der Cupra Ateca trägt bereits das Logo der neuen Marke und verfügt neben einem komplett überarbeiteten Fahrwerk, sportlichen Federn und Stoßdämpfern über einen aufgeladenen TSI-Motor mit 300 PS. In 5,4 Sekunden sprintet das kompakte SUV auf Tempo 100 und die 200 km/h-Grenze erreicht er in unter 20 Sekunden. Ebenso sind in der Cupra-Version die neue Front mit Stoßfänger, Lufteinlässen und dem markanten, kupferfarbenen neuen Logo enthalten. „Racing ist Cupra-DNA“, so Matthias Rabe, Vorstand für Technische Entwicklung bei Seat. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass mit der überarbeiteten Version des Leon-TCR-Renners ein weiterer Vertreter der neuen Cupra-Markenfamilie präsentiert wurde. Zugleich kündigte Seat für den kommenden Automobilsalon an, in Genf das nächste Level seines Motorsport-Programms vorzustellen.

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