Event Energiekosten in den Griff bekommen

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Hohe Energiepreise bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Wer das Thema aktiv steuern will, benötigt fundiertes Wissen. Wir liefern es: am 8. Dezember beim Industrial Energy Summit.

Strompreise, KI-Rechenzentren, Netzengpässe: Energie entscheidet über die Zukunft der Industrie und den Produktionsstandort Deutschland.(Bild:  Bosch)
Strompreise, KI-Rechenzentren, Netzengpässe: Energie entscheidet über die Zukunft der Industrie und den Produktionsstandort Deutschland.
(Bild: Bosch)

Die Zahlen aus dem aktuellen DIHK-Energiewende-Barometer 2026 sind eindeutig: Rund zwei Drittel der befragten Industrieunternehmen sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiekosten beeinträchtigt. Für die Erhebung wurden im Juni 2026 rund 3.100 Unternehmen befragt. Das Ergebnis: 35 Prozent der Industriebetriebe verschieben mittlerweile Investitionen in ihre Kernprozesse, weil Kapital durch Energiekosten gebunden ist.

Rund 40 Prozent der Unternehmen prüfen konkret, Investitionen oder Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern – bei großen Industrieunternehmen liegt dieser Anteil sogar bei 60 Prozent.Auch bei den Kosten selbst gibt es keine Entwarnung: Bei 49 Prozent der Unternehmen sind die Stromkosten in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen, bei 67 Prozent die Wärmekosten. Diese Entwicklung trifft eine Industrie, die ohnehin unter Druck steht: Die Produktion energieintensiver Branchen liegt saison- und kalenderbereinigt rund 15 Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Befristeter Industriestrompreis

Die Bundesregierung hat auf den Kostendruck reagiert: Für die Jahre 2026 bis 2028 wurde ein befristeter Industriestrompreis eingeführt, der strom- und handelsintensive Unternehmen entlasten soll. Der Zielpreis liegt bei 5 Cent je Kilowattstunde, der Referenzpreis für 2026 wurde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf 8,744 Cent je Kilowattstunde festgelegt. Die Entlastung deckt jedoch nur bis zu 50 Prozent des Stromverbrauchs ab – ein wichtiges Signal, aber keine vollständige Lösung für energieintensive Produktionsprozesse.

Zudem können Unternehmen die Förderung erst rückwirkend ab Dezember 2026 beantragen, ausgezahlt wird sie voraussichtlich erst im Folgejahr. Für Unternehmen bedeutet das: Wer allein auf staatliche Entlastung wartet, verschenkt Zeit. Gefragt sind eigene Strategien – von effizienterer Produktion über strukturierte Energiebeschaffung bis zu neuen Formen der Energieerzeugung und -speicherung im eigenen Werk.

Weniger langfristige Investitionen

Ein Blick auf den Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie der Universität Stuttgart zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung: Zwar bleiben Kosten, Emissionsminderung und gesetzliche Vorgaben – etwa aus dem Energieeffizienzgesetz – die wichtigsten Gründe für Effizienzinvestitionen. Die Zeiträume, in denen sich die Investitionen amortisieren sollen, werden aber kürzer. Laut der Sommererhebung 2026 sind es durchschnittlich maximal drei Jahre. Die Akzeptanz für längerfristige Investitionen ist im Vergleich zur Wintererhebung 2023 von 25 Prozent auf zwei Prozent gesunken.

Wissenstransfer und Vernetzung

Der Austausch zwischen Unternehmen, Energieexperten und Anbietern neuer Technologien ist notwendig. Hier setzt der Industrial Energy Summit an. Am 8. Dezember 2026 bringt das Event im Vogel Convention Center in Würzburg Entscheider aus Industrieunternehmen mit Experten aus Energieerzeugung, -speicherung und -beschaffung zusammen.

Strukturelle Energiebeschaffung, Energiemanagementsysteme und KI-gestützte Lastoptimierung, Batteriespeicher, Peak-Shaving-Konzepte und energieeffiziente Antriebstechnik: Das Programm bildet alle industrierelevanten Themen ab. Die Keynote wird die Frage beantworten, wie die deutsche Industrie bis zum Jahr 2035 bei der Energieversorgung wettbewerbsfähig werden oder bleiben kann.

Praxisnahe Workshops bieten Gelegenheit für eigene, konkrete Fragen; zum Beispiel zum Stromeinkauf – der Unternehmen Ansätze für eine strukturierte Beschaffungsstrategie liefert. Für Verantwortliche aus Automobilindustrie, Maschinenbau und Elektrotechnik ist der Summit die Gelegenheit, sich über aktuelle Fördermöglichkeiten und regulatorische Entwicklungen zu informieren. Außerdem kommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt mit Anbietern und Branchenkollegen ins Gespräch – für praxisrelevante Antworten, die die Zukunftsfähigkeit ganzer Standorte bestimmen.

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