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Leichtbau

SGL Carbon fertigt CFK-Batteriekasten für NIO

| Redakteur: Thomas Günnel

Der chinesische Automobilhersteller NIO hat gemeinsam mit SGL Carbon Prototypen für Batteriekästen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) vorgestellt. Er ist Teil eines Wechselsytems für Akkus.

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Der Automobilzulieferer SGL Carbon fertigt CFK-Batteriekästen für den chinesischen Automobilhersteller NIO.
Der Automobilzulieferer SGL Carbon fertigt CFK-Batteriekästen für den chinesischen Automobilhersteller NIO.
(Bild: SGL Carbon)

Der chinesische Automobilhersteller NIO und der Automobilzulieferer SGL Carbon haben auf der Autoshow Shanghai einen Prototypen für Batteriekästen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) für Hochleistungs-Elektrofahrzeuge vorgestellt. Der Kasten sei verglichen mit Bauteilen aus Aluminium oder Stahl rund 40 Prozent leichter und sehr steif. Die circa 200-fach geringere Wärmeleitfähigkeit von CFK schütze die Batterie zudem besser gegen Temperatureinflüsse.

Weitere Besonderheit: Der Batteriekasten samt Akkus lässt sich an NIO-eigenen Tauschstationen innerhalb von nur drei Minuten wechseln. Der Automobilhersteller hat das Konzept des Akkutauschs bereits im Dezember 2017 vorgestellt – jetzt folgte die Premiere gemeinsam mit einem CFK-Batteriegehäuse auf der Shanghai Auto Show 2019. Die Produktion des Batteriekastens übernimmt SGL Carbon.

Sandwichkern in Boden und Deckel

Besonderen Wert legten die Projektpartner auf die Konstruktion von Boden und Deckel des Batteriekastens: Ein Sandwichkern wird dabei mit mehreren Lagen Carbongelege kombiniert. Das Werkzeugdesign zur Herstellung des Bodens und Deckels wurde im SGL-eigenen „Lightweight and Application Center“ erarbeitet. Entlang der vollständig integrierten Wertschöpfungskette entsteht die Carbonfaser für diese Bauteile in Moses Lake und Muir of Ord, das Werk Wackersdorf verarbeitet es zu Gelege weiter. Die Herstellung von Boden und Deckel sowie die Montage der einzelnen Komponenten führt SGL am Standort Ried im Innkreis in Österreich durch.

SGL Carbon rechnet mit einer stark steigenden Nachfrage nach Leichtbau-Technik für Batteriekästen im Automobilbereich in den nächsten Jahren. Der Automobilzulieferer arbeitet mit unterschiedlichen Partnern daran, in Größe und Bauweise skalierbare Batteriekästen aus Verbundwerkstoff weiterzuentwickeln.

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Über den Autor

Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE