Synthetische Kraftstoffe Siemens und Porsche: E-Fuels aus Chile

| Aktualisiert am 10.09.2021Redakteur: Thomas Günnel

Siemens Energy und Porsche wollen in Chile synthetische Kraftstoffe herstellen. Am Freitag startete der Bau der Anlage. Porsche wird ein Hauptabnehmer der E-Fuels sein.

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Baubeginn für das E-Fuels-Werk in Chile: Hier wollen Siemens Energy und Porsche synthetische Kraftstoffe herstellen. Bild: Rendering des Werkes.
Baubeginn für das E-Fuels-Werk in Chile: Hier wollen Siemens Energy und Porsche synthetische Kraftstoffe herstellen. Bild: Rendering des Werkes.
(Bild: Porsche)

Siemens Energy und Porsche arbeiten mit weiteren Unternehmen am Großprojekt „Haru Oni“ in Chile. Dabei errichten die Unternehmen die weltweit erste integrierte und kommerzielle Großanlage zur Produktion synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe. Der Baubeginn mit dem traditionellen ersten Spatenstich erfolgte am Freitag (10. September). In der Pilotphase werden laut Siemens bereits im Jahr 2022 etwa 130.000 Liter E-Fuels erzeugt.

In zwei Schritten soll die Kapazität dann bis 2024 auf rund 55 Millionen Liter E-Fuels und bis 2026 auf rund 550 Millionen Liter E-Fuels jährlich steigen. Das Pilotprojekt in der Provinz Magallanes nutzt die „hervorragenden Windbedingungen im Süden Chiles“, um mit Hilfe von Windenergie klimaneutralen Kraftstoff zu erzeugen. Im Zuge der nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands wird Siemens Energy für das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit etwa acht Millionen Euro gefördert.

Neue Lieferketten für Energie

Christian Bruch, CEO von Siemens Energy: „Erneuerbare Energie wird nicht mehr nur dort produziert, wo sie gebraucht wird, sondern wo natürliche Ressourcen wie Wind und Sonne in großen Mengen vorhanden sind. Es werden also weltweit neue Lieferketten entstehen, um regenerative Energie von einer Region in die andere zu transportieren.

Das sei laut Bruch insbesondere für Deutschland wichtig, „das unter dem Strich Energie importieren muss, um den landesweiten Bedarf decken zu können“. Beim Speichern und dem Transport von Energie spielt laut Christian Bruch der Wasserstoff künftig eine immer wichtigere Rolle. Porsche wird Hauptabnehmer des Kraftstoffes und will diesen zunächst in einzelnen Projekten einsetzen; zum Beispiel im Motorsport „und perspektivisch auch in Seriensportwagen“. Der Sportwagenhersteller investiert dafür initial rund 20 Millionen Euro.

CO2 und H2 zu Methanol

Um den grünen Wasserstoff zu erzeugen, spalten Elektrolyseure mittels Windenergie Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff. In einem zweiten Schritt wollen die Partner CO2aus der Luft filtern, um es anschließend mit dem grünen Wasserstoff zu synthetischem Methanol zu kombinieren. Das Ergebnis ist dann Methanol, das mit Unterstützung von Exxon Mobil in Kraftstoff umgewandelt werden soll.

Die weiteren Partner

Die weiteren Projektpartner sind das Energieunternehmen AME, das chilenische Mineralölunternehmen ENAP und das italienische Energieunternehmen Enel. AME ist Hauptentwickler und Eigentümer der Projektgesellschaft HIF (Highly Innovative Fuels). Enel ist Co-Finanzierer der Anlage mit dem Fokus auf Windenergie und Elektrolyse. ENAP unterstützt das Projekt mit Betriebspersonal, Wartung und Logistik.

Chiles „grüne“ Pläne

Chile hat im Rahmen seiner nationalen Wasserstoffstrategie bis 2025 eine Elektrolyseur-Kapazität von fünf Gigawatt (GW) geplant, bis 2030 sollen es 25 GW sein. Das Land will weltweit den preisgünstigsten Wasserstoff erzeugen und zu einem führenden Exporteur von grünem Wasserstoff und dessen Derivaten werden.

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