Synthetische Kraftstoffe Siemens und Porsche: E-Fuels aus Chile

Redakteur: Thomas Günnel

Siemens Energy investiert in eine Anlage für synthetische Kraftstoffe in Chile. Porsche wird ein Hauptabnehmer der E-Fuels sein.

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So soll die Pilotanlage „Haru Oni“ in Chile aussehen.
So soll die Pilotanlage „Haru Oni“ in Chile aussehen.
(Bild: Siemens)

Siemens Energy und Porsche arbeiten mit weiteren Unternehmen am Großprojekt „Haru Oni“ in Chile. Dessen Ziel: die weltweit erste integrierte und kommerzielle Großanlage zur Herstellung synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe errichten. In der Pilotphase werden laut Siemens bereits im Jahr 2022 etwa 130.000 Liter E-Fuels erzeugt.

In zwei Schritten soll die Kapazität dann bis 2024 auf rund 55 Millionen Liter E-Fuels und bis 2026 auf rund 550 Millionen Liter E-Fuels jährlich steigen. Das Pilotprojekt in der Provinz Magallanes nutzt die „hervorragenden Windbedingungen im Süden Chiles“, um mit Hilfe von Windenergie klimaneutralen Kraftstoff zu erzeugen. Im Zuge der nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands wird Siemens Energy für das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit etwa acht Millionen Euro gefördert.

Neue Lieferketten für Energie

Christian Bruch, CEO von Siemens Energy: „Erneuerbare Energie wird nicht mehr nur dort produziert, wo sie gebraucht wird, sondern wo natürliche Ressourcen wie Wind und Sonne in großen Mengen vorhanden sind. Es werden also weltweit neue Lieferketten entstehen, um regenerative Energie von einer Region in die andere zu transportieren.

Das sei laut Bruch insbesondere für Deutschland wichtig, „das unter dem Strich Energie importieren muss, um den landesweiten Bedarf decken zu können“. Bei der Speicherung und dem Transport von Energie fällt laut Christian Bruch dem Wasserstoff künftig eine immer wichtigere Rolle zu. „Die Förderung des Projekts durch den Bund ist daher ein wichtiges Zeichen.“

Porsche wird Hauptabnehmer des Kraftstoffes und will diesen zunächst in sogenannten Leuchtturmprojekten einsetzen; zum Beispiel im Motorsport „und perspektivisch auch in Seriensportwagen“. Der Sportwagenhersteller investiert dafür initial rund 20 Millionen Euro.

CO2 und H2 zu Methanol

Um den grünen Wasserstoff zu erzeugen, spalten Elektrolyseure mittels Windenergie Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff. In einem zweiten Schritt wollen die Partner CO2aus der Luft filtern, um es anschließend mit dem grünen Wasserstoff zu synthetischem Methanol zu kombinieren. Das Ergebnis ist dann Methanol, das mit Unterstützung von Exxon Mobil in Kraftstoff umgewandelt werden soll.

Die weiteren Partner

Die weiteren Projektpartner sind das Energieunternehmen AME, das chilenische Mineralölunternehmen ENAP und das italienische Energieunternehmen Enel. AME ist Hauptentwickler und Eigentümer der Projektgesellschaft HIF (Highly Innovative Fuels). Enel ist Co-Finanzierer der Anlage mit dem Fokus auf Windenergie und Elektrolyse. ENAP unterstützt das Projekt mit Betriebspersonal, Wartung und Logistik.

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