Fans toben, Experten loben So sieht die Zukunft von Smart aus

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Daimler und Geely stellen bei Smart nahezu alles auf den Kopf. Die ersten Skizzen des neuen Modells lassen die Fans der Marke toben – mancher Experte findet für den mutigen Schritt reichlich Lob. 

Smart nimmt Abschied vom Kleinstwagen.
Smart nimmt Abschied vom Kleinstwagen.
(Bild: Smart)

„Die Länge des Autos allein ist für uns keine bestimmende Größe mehr“: Wenn Markenchef Daniel Lescow über die nächste Generation des Smart spricht, dann kündigt sich da eine Revolution an –, und die Skizzen, die Designchef Gordon Wagener dazu ins Rennen wirft, geben der Aussage eine zusätzliche Dramatik.

Jetzt, wo die Zeit reif ist für elektrische Mini-Mobile und die Idee vom ‚Pod‘ so langsam Fahrt aufnimmt, geht Daimler die Geduld aus.

Denn wenn die Schwaben mit ihrem neuen Partner Geely im Herbst erst die Studie und im Jahr darauf dann das Serienmodell des neuen Smart zeigen, hat der mit dem Vorgänger nur noch den Namen gemein und aus dem Winzling für zwei wird ein ausgewachsenes SUV für fünf Personen, das in einer Liga spielt mit dem Mini Countryman oder dem Mercedes EQA. 

Smart künftig nicht mehr „winzig und niedlich“

„Der Smart wird erwachsen,“ sagt Wagener und meint damit nicht nur das Format, sondern auch die Form. Denn das kindliche Grinsegesicht hat er dem Smart genauso ausgetrieben wie den verspielten Plastiklook im Innenraum. „Winzig und niedlich waren gestern“, sagt der oberste Stilführer in Stuttgart: „Das neue Smart-Kapitel wird cool und sexy, es wird wertig.“

Vermutlich 2022 wird Smart ein elektrisch angetriebenes Kompakt-SUV auf den Markt bringen.
Vermutlich 2022 wird Smart ein elektrisch angetriebenes Kompakt-SUV auf den Markt bringen.
(Bild: Smart)

Zwar hat das elektrische SUV für den Neustart mit einer Länge von mehr als vier Metern beinahe das Format des EQA. Doch stammt künftig nur noch das Design aus Deutschland. Denn seit zwei Jahren wird Smart als Joint Venture mit Großaktionär Geely geführt, dessen Techniker in Zukunft den Ton angeben. Deshalb steht der Smart von Morgen nicht etwa auf der MFA-Plattform von Mercedes und wird zum coolen Cousin des EQA, sondern nutzt die für maximale Reichweiten von mehr als 700 Kilometern ausgelegte Sustainable Experience Architecture, auf der Geely auch E-Autos wie den Lynk & Co Zero oder den Zeekr 001 aufbaut.

Wenn ein kompaktes SUV als Elektroauto angeboten wird und Geely mit seinem Baukasten und seiner kostengünstigen Produktion den Preis auf ein konkurrenzfähiges Niveau drückt, könnte die Rechnung doch noch aufgehen.

Weil dort die gesamte Antriebstechnik im Boden steckt, dürfte der Smart innen sogar mehr Platz bieten als der kleine E-Mercedes. Und wenn die Chinesen ihm tatsächlich 800-Volt-Technik spendieren, lädt er auch sehr viel schneller. Die nur rund 150 Kilometer Reichweite des aktuellen Modells seien für den Nachfolger jedenfalls kein Maßstab mehr, sagt Lescow und auch die 130 km/h Höchstgeschwindigkeit sind dann wohl Geschichte.

Digitaler Schlüssel serienmäßig

So ganz auf der Strecke bleiben die alten Werte allerdings nicht, versprechen Lescow und Wagener. Zwar sei Smart kein Winzling mehr, räumt der Markenchef ein. Doch werde auch das neue Modell wieder mit besonders smarter Technik überraschen, zum Beispiel serienmäßig einen digitalen Schlüssel auf dem Smartphone bekommen oder LED-Elemente in der Karosserie, die in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich leuchten.

Das Infotainment-System werde ähnlich revolutionär sein, wie MBUX bei seiner Einführung in der aktuellen Generation der A-Klasse, nur etwas spielerischer und weniger seriös. Und vor allem bleibt der Body-Space-Index eine wichtige Kenngröße: „Gemessen an der Außenlänge bietet der neue Smart spürbar mehr Innenraum als konventionelle Fahrzeuge,“ stellt Wagener in Aussicht.

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