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Auto China Geely wird Plattformanbieter

| Autor / Redakteur: Ampnet/bo / Sven Prawitz

Geely enthüllte auf der Auto China in Peking mit dem Lynk & Co „Zero Concept“ nicht nur ein neues Konzeptauto, sondern eine elektrische Plattform der besonderen Art.

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Auf der internationalen Automesse in Peking stellte die Geely-Tochter Lynk & Co ihr neues Konzeptauto „Zero Concept“ mit 700 Kilometern Reichweite vor.
Auf der internationalen Automesse in Peking stellte die Geely-Tochter Lynk & Co ihr neues Konzeptauto „Zero Concept“ mit 700 Kilometern Reichweite vor.
(Bild: Geely)

Der chinesische Autobauer Geely will seine neue Architektur für Elektroautos auch anderen Herstellern anbieten. Auf der Automesse in Peking enthüllte der OEM mit dem Lynk & Co „Zero Concept“ ein Konzeptauto auf Basis der Plattform SEA (Sustainable Experience Architectur). Das „Zero Concept“ soll im Jahr 2021 in Produktion gehen.

Bei der Architektur handelt es sich nicht nur um die Plattform, sondern auch um die Batterie, Software und Konnektivität, mit der andere Autobauer eigene Modelle bauen können. Gespräche seien bereits im Gange – darunter auch mit Mercedes-Benz. Immer mehr OEMs befassen sich mit dem Thema modulare Plattform: VW teilt sich seine E-Auto-Architektur künftig mit Ford, Hyundai und Kia haben das Start-up Canoo mit der Entwicklung einer Elektroautoplattform beauftragt – auch Zulieferer steigen in den Markt ein: Benteler und Bosch haben ebenfalls erste Kunden für ihr modulares System gewinnen können.

Entwicklungskosten nahezu halbiert

SEA soll konstante Online-Updates, autonome Fahrfunktionen und eine maximale elektrische Reichweite von 700 Kilometern bieten. Und: Geely verspricht, dass SEA für externe Hersteller durch die Reduktion der Entwicklungskosten besonders interessant ist. Die Chinesen sprechen von einem Einsparpotenzial im Bereich von 40 Prozent.

Li Shufu, Chairman und Gründer der Geely Holding: „Die Entwicklung dieser Elektroarchitektur ist für Geely der größte Entwicklungsschritt binnen des letzten Jahrzehnts. Diese weitreichende Innovation wird die Skalierbarkeit und das Volumen unserer Zero-Emission-Fahrzeuge stark ausbauen. Diese Open-Source-Architektur wird ein Meilenstein bei neuen Mobilitäts-Angeboten darstellen, auf die die Geely-Holding als Pionier stolz ist.“

Neun Geely-Marken nutzen SEA

Die Architektur wird von den neun globalen Geely-Marken genutzt werden – also beispielsweise Volvo, Polestar, Proton, die London Taxi-Marke LEVC, Lynk & Co oder Lotus. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sage ein Firmensprecher, das Unternehmen wolle sich damit zum „Mobilitätsdienste-Anbieter“ entwickeln und die traditionelle Autoindustrie aufrütteln.

Gearbeitet wurde an der SEA-Technik in den vergangenen drei Jahren gemeinsam in den Geely-Entwicklungszentren in China, Schweden, England und Deutschland. Die Plattform ist nicht nur für kleinere Fahrzeuge des A-Segments ausgelegt, sondern soll sich bis zu Modellen im D- und E-Segment skalieren lassen. Neben Limousinen, SUVs und Sportwagen soll sie in leicht modifizierter Version sogar bei leichten Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommen können. Ausgelegt ist SEA für Front-, Heck- und Allradantrieb.

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