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Sekisui Alveo Soft-Touch für Kompaktklasse

| Redakteur: Bernd Otterbach

Nach dem Willen von Sekisui Alveo sollen weiche Oberflächen und hochwertige Anmutung im Innnenraum von Volumen-Modellen Einzug halten. Der kostengünstige Ansatz feierte im Golf VI seine Premiere.

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Mehr Komfort in der Kompaktklasse – dieser Trend spiegelt die deutlich gestiegenen Ansprüche an das Fahrzeuginterieur wider. Doch für die Volumenhersteller und Innenraumspezialisten bedeutet der Trend zu weichen Oberflächen und hochwertiger Anmutung einen Spagat. Denn in der Produktion müssen Instrumententafeln und Türverkleidungen wirtschaftlich und massentauglich bleiben.

Der Hersteller von Polyolefin-Schaumstoffen Sekisui Alveo will mit einem neuen Konzept demonstrieren, dass sich Komfort und Kosteneffizienz nicht ausschließen müssen. Die Schweizer haben gemeinsam mit Volkswagen, Röchling Automotive Peine KG und der Julius Heywinkel GmbH eine Armauflage entwickelt, die im Golf VI verbaut wird. In der stark beanspruchten Türarmauflage soll der sechs Millimeter starke Polyolefin-Schaumstoff für eine besonders weiche Polsterung sorgen.

Kosten sparen durch Bauteil-Split

Der Bauteil-Split zwischen Armauflage und Türspiegel ermögliche einen kosteneffizienten Aufbau, bei dem auf die speziellen Anforderungen an die Armauflage gezielt eingegangen werden könne, so Thomas Ross, Market Manager Automotive von Sekisui Alveo. Diese wird während der Lebensdauer eines Fahrzeuges stark belastet. Deshalb setzt die Julius Heywinkel GmbH hier den mit Textil laminierten, sechs Millimeter dicken Polyethylen-Schaumstoff (PE) von Sekisui Alveo ein. Versteckt zwischen Träger und Obermaterial sorgt der Schaumstoff für eine angenehme Haptik und fühlbar mehr Komfort in allen Bereichen des Bauteils einschließlich der Radien. Mit dem Träger in Leichtbauweise wird das laminierte Schaumstoffdekor im Presskaschierverfahren verbunden.

Effizienter Soft-Pad-Einsatz

„Zuvor wurden die Trägerkomponenten häufig vollständig mit einem PUR-Schaum hinterschäumt. Ein kosten- und zeitaufwändiges Verfahren, bei dem auch Komponenten, die später kaum einer Belastung ausgesetzt werden, mit unnötig viel Material verkleidet wurden“, erläutert Ross. Durch den gezielten Einsatz des Polyolefin-Schaumstoffs als Pad werde die gewünschte, weiche „Soft-Touch“ Haptik geschaffen. Zudem fielen die Materialkosten deutlich niedriger aus, so Ross weiter. „Mit dem starken PE-Schaumstoff von Sekisui Alveo lässt sich eine gute Haptik erzielen, die weit über der von Schnittschaum oder dünnen PE-Schäumen liegt. Die Fertigungskosten liegen dabei nur geringfügig über denen von ungepolsterter Komponenten“, ergänzt Rainer Schönfeldt, Bereichsleiter Vertrieb und Entwicklung bei der Julius Heywinkel GmbH.

Leichter Träger aus Naturfaser und Polypropylen

Das Leichtbaukonzept des Armauflageträgers basiert auf den verwendeten Materialien, eine Mischung aus Naturfaser und Polypropylen (PP). Ein Träger mit dieser Zusammensetzung bietet vergleichbare mechanischen Eigenschaften wie ein Spritzgussträger aus reinem Kunststoff, ist jedoch rund ein Viertel leichter. „Zudem zeigen Bauteile aus Naturfaserformstoff ein deutlich günstigeres Crash-Verhalten“, führt Ross einen weiteren Vorteil an. „Wir freuen uns, dass unser Schaumstoff nun auch in einem Volumen-Modell für gehobenen Komfort sorgt.“

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