Autonomes Fahren Stellantis übernimmt ungarisches Software-Start-Up

Von Jens Rehberg

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Ab 2024 will der Hersteller neue IT-Architekturen in seine kommenden Fahrzeugplattformen einziehen. Dafür hat er sich jetzt frische Kompetenzen eingekauft.

Dashboard-Ansicht im Rahmen eines Prototypen-Tests.
Dashboard-Ansicht im Rahmen eines Prototypen-Tests.
(Bild: Stellantis)

Stellantis hat den in Budapest ansässigen Softwaredienstleister AI-Motive übernommen. Wie der Hersteller am Donnerstag mitteilte, soll der Spezialist für KI und Autonomes Fahren auch weiterhin anderen Autobauern seine Produkte anbieten. László Kishonti, der das Start-Up 2015 gründete, soll als CEO an Bord bleiben.

„Dank des erstklassigen Know-hows von AI-Motive werden wir von Stellantis unsere Kerntechnologien der künstlichen Intelligenz und des autonomen Fahrens verbessern, den globalen Talent-Pool erweitern und die mittelfristige Entwicklung der komplett neuen Plattform STLA Auto-Drive unterstützen", wird Yves Bonnefont, Chief Software Officer bei Stellantis, in der Mitteilung zitiert.

Automatisches Fahren bis Level 3

Von 2024 bis 2026 will Stellantis drei neue, KI-basierte IT-Architekturen in seine künftigen Fahrzeugplattformen („Small“, „Medium“, „Large“ und „Frame“) integrieren. „STLA Auto-Drive“ hat Stellantis ursprünglich zusammen mit BMW entwickelt – die Architektur soll autonome Fahrfunktionen auf den Stufen 2, 2+ und 3 ermöglichen. Für Level 4 und höher kooperiert Stellantis mit Waymo.

Eine zweite Software-Architektur soll vernetzte Dienste wie die Navigation oder das Streamen von Musik, Videos und Spielen mit neuen Fernsteuerungsfunktionen verbinden – dabei geht es unter anderem um Augmented Reality und Gesten- bzw. Blick-Steuerung. Zugrunde liegt eine dritte Architektur, die – mit Unterstützung von Amazon – in die Cloud integriert ist und die Hardware- und Softwarezyklen voneinander trennt. Sie soll die zügige Entwicklung und Bereitstellung neuer Funktionen „over the air“ ermöglichen.

Stellantis hatte bereits 2021 angekündigt, bis 2025 mindestens 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und in Software investieren zu wollen.

Auch in Deutschland aktiv

AI-Motive unterhält neben seinem Hauptsitz Büros in Deutschland, in den USA und in Japan. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 200 Mitarbeiter. Bei den Produkten, die AI-Motive auch künftig allen Herstellern und Zulieferern anbieten will, geht es zum einen um „KI-Operationen und Daten-Tools“. Ein weiteres Produkt ist eine Softwaresimulation zur Entwicklung des autonomen Fahrens. Zudem verkauft der Dienstleister seine Hardware-Expertise in Sachen Mikrochips.

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