Studie Stromer? Gerne, aber nur mit genügend Tankstellen!

Redakteur: Tanja Schmitt

E-Autos sind Klimaverbesserer und verringern Lärm: Dieser Meinung sind die meisten Befragten des aktuellen Automobilbarometers. Doch bei der Ladeinfrastruktur ist noch viel Luft nach oben.

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Dieser Volvo hat bereits einen Ladepunkt gefunden.
Dieser Volvo hat bereits einen Ladepunkt gefunden.
(Bild: Volvo)

Vor ein paar Jahren eine Randerscheinung, mittlerweile ein gewohnter Anblick auf den Straßen: Elektroautos. 2020 wurden weltweit 3,2 Millionen E-Autos verkauft – das sind rund eine Million mehr als im Vorjahr. Fast drei Viertel davon waren reine Elektroautos, bei 30 Prozent handelte es sich um Plug-in-Hybride. Was die Gründe für den momentanen Hype sind, zeigt das aktuelle Automobilbarometer 2021 von Consors Finanz.

Für 79 Prozent der weltweit Befragten sind E-Autos Klimaverbesserer. Die Mehrheit glaubt (85 Prozent), dass sich mit diesen die Luftverschmutzung reduzieren lässt beziehungsweise der Lärm reduzieren (82 Prozent). Die Deutschen sind den Elektrokarossen hingegen nicht ganz so wohlgesinnt wie der Rest der Welt: Hier denken 59 Prozent, dass sich mit E-Autos der Kohlendioxidausstoß tatsächlich senken lässt. Bei zwei anderen Punkten sind die Bundesbürger zuversichtlicher: 73 Prozent glauben, dass sich mit E-Autos die Feinstaubbelastung reduzieren lässt, 78 Prozent die Lärmbelastung.

Mehrheit für SUV-Sondersteuer

Obwohl SUVs immer noch wie warme Semmeln verkauft werden, ist deren Image alles andere als positiv. 80 Prozent der weltweit Befragten (Deutschland: 77 Prozent) sind der Meinung, dass für weniger umweltfreundliche Autos – wozu unter anderem besagte Stadtgeländewagen zählen – CO2-Grenzwerte gelten sollten. 61 Prozent (Deutschland: 62 Prozent) fordern sogar eine höhere Kfz-Steuer. 59 Prozent (Deutschland: 54 Prozent) wären für begrenzte Produktionszahlen und 55 Prozent (Deutschland: 59 Prozent) fänden sogar ein Fahrverbot in den Städten gut.

Achillesferse Ladenetzwerk

So beliebt Elektroautos gerade sind, sie haben einen großen Nachteil: ihre Reichweite. Viele potenzielle Käufer schreckt das ab. Wer weit fährt oder mit dem Pkw in den Urlaub reisen will, muss vor allem: gut planen – zumindest, wenn er nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben will. Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist nach wie vor dürftig. Laut Bundesnetzagentur gibt es 36.000 Normal- und 6.000 Schnellladepunkte (Stand: 1. April). Nach Berechnungen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sind das im Schnitt 1.500 Fahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt – Das sei zu wenig wenn das Tempo der Zulassungszahlen von E-Autos so bleibt.

33 Prozent der Befragten sehen in Sachen Lademöglichkeiten den Staat in der Pflicht (Deutschland: 32 Prozent). Energieversorger beziehungsweise private Anbieter sehen 28 Prozent der Befragten (Deutschland: 24 Prozent) als die wichtigsten Akteure für ein dichteres Ladenetzwerk. 17 Prozent finden, das ist vor allem die Aufgabe der Gemeinden und Kommunen, 14 Prozent die der Autoindustrie. In Deutschland sagt sogar jeder Fünfte, dass Hersteller oder Kommunen den Ausbau verantwortlich übernehmen müssen.

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