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Fahrer-Assistenten Studie warnt: Reduzierte Wachsamkeit durch Tempomat

| Autor / Redakteur: Holger Holzer, SP-X / Christian Otto

Laut einer Fahrsimulator-Studie des französischen Autobahnbetreibers „Vinci Autoroutes“ können Fahrerassistenzsysteme wie Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer die Aufmerksamkeit von Autofahrern beeinträchtigen. So verlängern sie in Gefahrensituationen die Reaktionszeit deutlich.

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Die franzöische Studie identifiziert vor allem den Tempomat als Assistenten, der die Aufmerksamkeit der Fahrer senkt.
Die franzöische Studie identifiziert vor allem den Tempomat als Assistenten, der die Aufmerksamkeit der Fahrer senkt.
(Foto: Daimler)

Vor allem der Tempomat, der das Fahrzeug konstant auf einer vom Fahrer gewählten Geschwindigkeit hält, hat laut der Studie negativen Einfluss auf die Wachsamkeit. Bei einer Gefahrensituation erhöht sich die Reaktionszeit mit eingeschaltetem System um durchschnittlich eine Sekunde – bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h legt das Fahrzeug in dieser Zeit 40 Meter zurück.

Zudem fällt die Anpassung der Geschwindigkeit mit aktiviertem Tempomat schwerer als ohne den Assistenten. So werden beispielsweise Überholvorgänge riskanter, da Fahrer dazu tendieren, lange auf der Überholspur zu bleiben und mit knapper Distanz wieder einzuscheren. Aber auch bei der Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit steigt das Risiko; Fahrer mit Tempomat korrigieren ihren Kurs deutlich seltener als jene, die ihr Tempo selbst kontrollieren.

Dosierter Einsatz empfohlen

Die Ergebnisse gelten auch für die Fahrt mit dem Geschwindigkeitsbegrenzer, einer Art abgespecktem Tempomat, der einen voreingestellten km/h-Wert nicht überschreitet oder den Fahrer dabei akustisch warnt. Im Vergleich mit dem Tempomaten sind die Effekte aber geringer. Nach einer Stunde Fahrt steigen Zahl und Dauer der Episoden von Schläfrigkeit beim Tempomaten um 25 Prozent gegenüber Fahrten ohne den Helfer. Beim Geschwindigkeits-Limiter sind es immerhin 16 Prozent. Allerdings verstärken sich die negativen Effekte mit fortschreitender Fahrtzeit.

Die Wissenschaftler empfehlen daher, die Komfort-Assistenten möglichst nur dosiert einzusetzen. Fahrer sollten die Technik etwa bei dichtem Verkehr oder an Baustellen deaktivieren, rät etwa Professor André Dufour von der Universität Straßburg, einer der Verfasser der Studie. Bei längeren Fahrten empfiehlt er den allenfalls vorsichtigen Einsatz oder das Einlegen zusätzlicher Pausen. Vor allem auf jüngere Fahrer kann der Komfortgewinn des Tempomaten einschläfernd wirken. Bereits nach 30 Minuten sind sie deutlich weniger aufmerksam als über-40-Jährige.

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