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Emissionsgrenzwerte Synthetischer Dieselkraftstoff: TU München nimmt Demoanlage in Betrieb

| Redakteur: Thomas Günnel

Synthetische Kraftstoffe können die Emissionen bestehender Fahrzeuge senken. Forscher der TU München haben dafür eine Demoanlage in Betrieb genommen; für synthetischen Dieselkraftstoff.

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Hier entsteht Oxymethylenether; synthetischer Dieselkraftstoff. Mit ihm wollen Forscher der TU München Emissionen im Verkehr senken.
Hier entsteht Oxymethylenether; synthetischer Dieselkraftstoff. Mit ihm wollen Forscher der TU München Emissionen im Verkehr senken.
(Bild: Jan Winter/TUM)

Elektrifizierte Fahrzeuge sind nicht die einzige Möglichkeit, um Emissionen im Verkehr zu senken. Während Schweden zum Beispiel das Umrüsten verbrennungsmotorisch betriebener Fahrzeuge auf Ethanol oder Biogas fördert, hat die TU München in Straubing eine Demonstrationsanlage in Betrieb genommen – für synthetischen Diesel. Ab dem Jahr 2021 soll sie im kontinuierlichen Dauerbetrieb laufen.

Der sogenannte Oxymethylenether (OME) basiert auf nachhaltigen Rohstoffen. Daraus hergestellter Kraftstoff unterscheidet sich in seiner chemischen Struktur von herkömmlichen erdölbasierten Kraftstoffen durch integrierten Sauerstoff. „OME verbrennt dadurch praktisch rußfrei und somit extrem schadstoffarm. Zudem ist OME biologisch abbaubar und lässt sich aus einer beliebigen Kohlenstoffquelle herstellen“, beschreibt Professor Jakob Burger, Leiter der Professur für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik.

Erste Anlage Europas für Dauerbetrieb

Die Anlage ist laut der Hochschule die erste in Europa, die kontinuierlich OME produzieren kann, „sie realisiert den „OME Technologies Prozess“ im Technikumsmaßstab“. Die Anlage besteht aus drei Teilen:

  • einem Reaktor zur OME-Synthese, einem rund zehn Meter hohen Destillationsmodul, das OME abtrennt und reinigt, und einer Membraneinheit, um Wasser auszuschleusen.

Als einziges Nebenprodukt im Prozess entsteht Wasser, die Membraneinheit stellt der Projektpartner, die DBI Gas- und Umwelttechnik.

Der Kraftstoff ist biologisch abbaubar und lässt sich aus einer beliebigen Kohlenstoffquelle herstellen. Dazu zählen biogene Rohstoffe und CO2, das aus Industrieanlagen isoliert wird, um Emissionen zu reduzieren. Bei OME handelt es sich konkret um eine Gruppe von Stoffen – etwa vergleichbar mit den Bestandteilen von Erdöl –, von denen nur ein bestimmter Teil für die Kraftstoffanwendung geeignet ist. Die neue Demonstrationsanlage am TUM Campus Straubing produziert diese Komponente.

Über die Demoanlage

Der TUM Campus Straubing hat das Prozesskonzept zusammen mit den Partnern der TU Kaiserslautern und der von Professor Burger mitgegründeten Firma OME Technologies in den vergangenen Jahren entwickelt und ausgearbeitet. Alle Anlagenteile sind nun aufgebaut, die Messtechnik kalibriert. Aktuell führen die Forscher noch letzte Testreihen an den Einzelmodulen durch. „Die Demonstrationsanlage ist der letzte und wichtigste Meilenstein vor der industriellen Umsetzung der Kraftstoffsynthese im Produktionsmaßstab“, sagt Jakob Burger.

Die Anlage steht am Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München. Ihr Bau ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2019 gestarteten Projekts „Nachhaltige Mobilität durch synthetische Kraftstoffe“ (NAMOSYN). Dem Namosyn-Konsortium gehören 39 Industrie- und Forschungspartner an, das Projekt kostet etwa 20 Millionen Euro. Das Ziel: synthetische, nachhaltig produzierte und nutzbare Kraftstoffe für Diesel- und Ottomotoren zu entwickeln.

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