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Leichtbau-Experte Teslas Guss-Karosserie: „Eine schöne und lohnenswerte Aufgabe“

| Autor: Thomas Günnel

Tesla wirbt damit, bald eine Karosserie „aus einem Guss“ zu fertigen. Heinrich Timm, Mitglied des Vorstands Composites United e.V. und langjähriger Leiter des Audi-Leichtbauzentrums, ordnet die Ankündigung ein.

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Heinrich Timm hat den „Audi Space Frame“ maßgeblich entwickelt.
Heinrich Timm hat den „Audi Space Frame“ maßgeblich entwickelt.
(Bild: Heinrich Timm)

Mit Bezug auf die genannte Aussage von Elon Musk, 70 Stanzteile durch vier Aluminium-Druckgussteile zu ersetzen, weiß der Fachmann, dass nicht die ganze Karosserie damit angesprochen wird, sondern etwa ein Drittel der Teile einer modernen Karosserie. Bei den Karosserien der zweiten und dritten Generation des Audi A8 wurde jeweils ein Drittel des Karosseriegewichts in Aluminium-Druckguss realisiert.

Die von Elon Musk genannte Größenordnung bedeutet circa 17 Blechteile in ein multifunktionales Druckgussteil zu integrieren. Dieses Ziel ist ambitioniert aber durchaus realistisch. In den Audi-A8-Fahrzeugen finden sie zum Beispiel schon seit Generationen den Federbeintopf vorn als Aluminium-Druckgussteil, dabei wurden zehn Blechteile zu einem Druckgussteil zusammengefasst. Dieses Konzept wurde zwischenzeitlich von allen Premiummarken übernommen und ist selbst in der Mittel-Klasse zu finden, z. B. Mercedes-Benz C-Klasse. Die Gewichtseinsparung bei Audi betrug 10,9 Kilogramm pro Fahrzeug.

Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE