Nutzfahrzeuge US-Trucks: Faszination und Rechenschieber

Autor / Redakteur: SP-X/Benjamin Bessinger / Thomas Günnel

Henry Albert ist kein Trucker wie jeder andere. Zwar taugt sein Freightliner Cascadia durchaus zum „King oft the Road“. Doch am Steuer sitzt ein Sparfuchs, der um jeden Tropfen Diesel geizt.

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Henry Albert ist kein gewöhnlicher Trucker. Zwar taugt sein Freightliner Cascadia durchaus zum „King oft the Road“. Doch am Steuer sitzt ein kühler Rechner, der um jeden Tropfen Diesel geizt.
Henry Albert ist kein gewöhnlicher Trucker. Zwar taugt sein Freightliner Cascadia durchaus zum „King oft the Road“. Doch am Steuer sitzt ein kühler Rechner, der um jeden Tropfen Diesel geizt.
(Foto: Benjamin Bessinger/SP-X)

Gute Laune geht anders. Zwar fährt Henry Albert jetzt schon seit Stunden durch eine der schönsten Landschaften in Amerika und hat einen Job, um den ihn Millionen Touristen und frustrierte Schreibtischtäter beneiden. Doch der Mann hat heute keine Freude am faszinierenden Tal des Columbia-Rivers, das er seit seinem Aufbruch in Portland, Oregon, unter die Räder nimmt. Und dass er wie ein König der Landstraße zwei Meter über der Interstate I-84 thront und unter ihm ein fast 15 Liter großer Diesel mit 550 PS stampft, lässt ihn heute kalt. Denn ein kleiner schwarzer Balken im Cockpit hat ihm gehörig die Petersilie verhagelt.

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Er ist Teil des Bordcomputers von Henrys Freightliner Cascadia und schlägt mal wieder zu weit aus. „Das heißt, ich verbrauche zu viel Sprit“, schimpft der Trucker und lupft den Fuß noch ein bisschen weiter vom Gaspedal, so dass links von ihm schon wieder ein paar Kollegen vorbei ziehen. 8,6 Miles per Gallon (mpg, 27,4 Liter/100 Kilometer) hat er als Zielvorgabe eingestellt, aber im Augenblick sind es nicht einmal acht Meilen, die sein Truck mit einer Gallone schafft.. Doch Henry Albert hat ein Ziel: Er will der sparsamste Trucker in Amerika werden. Und jede Meile auf diesem verfluchten Highway bringt ihn davon wieder ein Stückchen weiter weg.

Rekord: Elf Meilen pro Gallone

„Natürlich ist das Ergebnis nicht schlecht“, sagt Henry, während sich vorsichtig ein Lächeln zurück in sein sympathisches Gesicht schleicht. „Schließlich geht es die meiste Zeit bergauf, wir haben Gegenwind und hinten 40 Tonnen Ladung auf dem 18 Meter langen Trailer“. Und wo er mit umgerechnet fast 30 Litern auf 100 Kilometern manchem Pick-Up oder Geländewagen die Schau stiehlt, verbrauchen die Trucks seiner Kollegen gerne auch mal 40 oder 50 Liter. „Aber seit ich vor 200.000 Meilen diesen Truck übernommen habe, bin ich jetzt schon auf einen Schnitt von 8,6 Meilen pro Gallone gekommen“, sagt er stolz. „Egal, ob der Laster voll oder leer war, ob es bergauf oder bergab geht.“ Und bei besonders sparsamen Fahrten hat sein Bordcomputer auch schon mehr als elf Meilen pro Gallone angezeigt.

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