Wirtschaft Autoindustrie warnt vor Strafzöllen auf chinesische E-Autos

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der VDA warnt erneut vor sogenannten Strafzöllen auf chinesische Elektroautos. Sie eigneten sich nicht dazu, die gewünschten Ziele zu erreichen. Verhandlungen zwischen der EU und China laufen.

Der VDA warnt vor sogenannten Strafzöllen auf chinesische Elektroautos.(Bild:  Geely)
Der VDA warnt vor sogenannten Strafzöllen auf chinesische Elektroautos.
(Bild: Geely)

Kurz vor dem erwarteten Inkrafttreten vorläufiger EU-Strafzölle auf chinesische E-Autos warnt der Verband der Automobilindustrie, VDA, vehement vor den möglichen Folgen für die heimische Wirtschaft. Die Strafzölle seien weder für die EU noch für Deutschland zielführend, heißt es in einem Eckpunktepapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der Verband warnt vor dem „enormen“ Schaden, der durch potenzielle Gegenmaßnahmen aus Peking verursacht werden könnte. China ist der größte Automarkt der Welt und war laut VDA im Jahr 2023 für Autos aus Deutschland der drittgrößte Exportmarkt – nach den USA und dem Vereinigten Königreich.

In den vergangenen Monaten wurde über Einfuhrzölle auf Fahrzeuge mit einem Motor von mehr als 2,5 Litern Hubraum als mögliche Reaktion Chinas spekuliert. Ein solche Abgabe würde die Branche hart treffen, schreibt der Lobbyverband. Im Jahr 2023 fiel etwa ein Drittel der aus Deutschland nach China exportierten Fahrzeuge in diese Größenordnung.

Zölle führen nicht zum gewünschten Ziel

Zudem könne durch hohe Steuern nicht das erklärte Ziel erreicht werden, faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und die heimische Industrie vor unlauteren Praktiken zu schützen. Im Gegenteil: Sie würden den Ausbau der Elektromobilität und damit das Erreichen der Klimaziele erschweren, betont der Verband.

Es wird erwartet, dass die EU-Kommission am Donnerstag (4. Juli) die notwendigen Details veröffentlicht, damit die vorläufigen Zölle in Kraft treten können. Wenn das der Fall ist, werden diese ab dem 5. Juli um Mitternacht durch eine Sicherheitsleistung erhoben. Ob die Zölle von bis zu 38,1 Prozent aber tatsächlich einbehalten werden, hängt den Angaben zufolge davon ab, ob mit China eine andere Lösung gefunden werden kann.

Spätestens im November muss von den EU-Staaten entschieden werden, ob auch langfristig Zölle eingeführt werden. In diesem Fall würden die vorläufigen Zölle dann in bestimmten Fällen rückwirkend erhoben. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) drang in Berlin auf eine politische Lösung bis November. Deutschland habe kein Interesse daran, „dass es einen Wettlauf von Zöllen gibt und die Märkte dadurch fragmentiert werden“, betonte er. Auch China als Exportland habe daran kein Interesse.

Die EU und China verhandeln

Am 22. Juni teilte das chinesische Handelsministerium mit, für Verhandlungen bereit zu sein. Die EU und China hatten sich demnach darauf geeinigt, Konsultationen über die Antisubventionsuntersuchung der EU gegen chinesische Elektrofahrzeuge aufzunehmen.

VDA rechnet nicht mit einer Flut chinesischer E-Autos

Die Entscheidung, mit Strafzöllen zu drohen, ging mit einer Untersuchung der EU-Behörde einher. Sie kam zum Schluss, dass chinesische E-Auto-Produzenten von unfairen Subventionen profitierten. Herstellern in der EU drohten dadurch Schäden. Derweil rechnet die deutsche Autoindustrie nicht damit, dass chinesische E-Autos den europäischen Markt überschwemmen werden.

Deren Anteil am gesamten Pkw-Markt dürfe sich bis 2030 bei etwa fünf bis zehn Prozent einpendeln, schätzt der Verband. Das liege auch an der Markenbindung der Verbraucher, die bei Autos sehr ausgeprägt sei. Zum Vergleich stellt der VDA fest, dass im Jahr 2023 die deutschen Hersteller etwa zehnmal so viele E-Autos in China verkauft haben wie chinesische Produzenten in Deutschland. (thg)

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