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Produktion Voestalpine stellt Wasserstoff her

| Redakteur: Sven Prawitz

Der Stahlproduzent und Automobilzulieferer Voestalpine baut an seinem Standort in Linz eine Pilotanlage zur Wasserstoffproduktion. Ziel sei es, Wasserstoff CO2-neutral herzustellen und langfristig dadurch Koks zu ersetzen.

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Voestalpine installiert auf seinem Werksgelände in Linz eine Elektrolyseanlage zur Herstellung von Wasserstoff.
Voestalpine installiert auf seinem Werksgelände in Linz eine Elektrolyseanlage zur Herstellung von Wasserstoff.
(Bild: Voestalpine)

Das Projektkonsortium „H2FUTURE“, bestehend aus Voestalpine, Siemens, dem Stromunternehmen Verbund sowie Austrian Power Grid und den wissenschaftlichen Partnern K1-MET und ECN, gab gestern (16. April) am Voestalpine-Standort Linz offiziell den Bau einer Pilotanlage zur Herstellung von „grünem“ Wasserstoff frei. Nach eigenen Angaben ist sie mit sechs Megawatt Anschlussleistung die weltweit größte Pilotanlage dieser Art. Die Partner aus Industrie und Energiewirtschaft wollen damit an künftigen „Breakthrough-Technologien“ forschen, um den globalen Klimazielen langfristig gerecht zu werden. Der Vollbetrieb der Anlage ist für Frühjahr 2019 geplant.

Die Europäische Union fördert das 18-Millionen-Euro-Projekt mit rund zwölf Millionen Euro. Ziel sei es, von Kohle bzw. Koks über Brückentechnologien mit Erdgas letztlich zur möglichst umfassenden Anwendung von „grünem“ Wasserstoff zu gelangen.

Zweijähriges Versuchsprogramm

Nach dem Projektstart zu Beginn des Jahres 2017 schreite der Bau der Pilotanlage inzwischen zügig voran. Das Fundament stehe und die Errichtung der Hallenkonstruktion laufe. In den Sommermonaten sollen die Kernkomponenten zur Elektrolyse geliefert werden und noch binnen Jahresfrist soll die Inbetriebnahme beginnen. Der Start des zweijährigen Versuchsprogramms ist für Frühjahr 2019 geplant.

Aufbau der Pilotanlage

Für die Forschungsanlage in Linz hat Siemens das derzeit weltweit größte PEM („Proton Exchange Membrane“)-Elektrolysemodul entwickelt. Mit einer Anschlussleistung von sechs Megawatt können damit 1.200 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff wird nach eigenen Angaben ein Wirkungsgrad von 80 Prozent angestrebt. Der Wasserstoff kann gespeichert werden und ist vielseitig einsetzbar.

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