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Motorsport Engineering Volkswagen entwickelt neuen Kundensport-Golf

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Die Motorsportabteilung von Volkswagen in Hannover hat nach dem Reglement der TCR-Tourenwagenserie ein seriennahes Fahrzeug mit 330 PS entwickelt. Ein Kundensportprogramm folgt ab 2016.

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In diesem Jahr startet Volkswagen einen Testeinsatz mit dem Team Engstler, ab 2016 soll der Golf auch anderen Kundenteams angeboten werden.
In diesem Jahr startet Volkswagen einen Testeinsatz mit dem Team Engstler, ab 2016 soll der Golf auch anderen Kundenteams angeboten werden.
(Foto: Volkswagen)

Volkswagen Motorsport ist nicht bekannt für Schnellschüsse. Ob Werks- oder Kundensportmodell, die Hannoveraner bilden bei allen Motorsport-Projekten einen Businesscase, bestehend aus Kosten, Nutzen und verwertbarem Marketinganteil. Herausragende Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind da die Cup-Serien mit den Modellen Lupo, Polo, Golf TDI (Polen) und Scirocco oder auch die Werkseinsätze bei Langstreckenrennen mit dem Scirocco N24 und des Touareg-Geländewagens bei der Dakar Rallye. Insofern dürfte auch beim jüngsten Spross, dem Golf für die Touringcar Racer International Series (TCR) wieder ein Plan dahinter stecken.

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Kundensportprogramm ab 2016

Das seriennahe, 330 PS starke Konzeptfahrzeug wird nach TCR-Reglement aufgebaut und soll dazu dienen, ein Kundensport-Programm ab der Saison 2016 zu evaluieren. Deutscher Kooperationspartner ist das Liqui Moly Team Engstler, das beim achten Lauf der Rennserie auf dem österreichischen Red Bull Ring einen Testeinsatz starten wird. Engstler war jahrelang erfolgreicher Partner von BMW und setzte Dreier Modelle in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft, in Europa und Deutschland ein.

„Bei der Entwicklung des Konzeptfahrzeuges auf Basis des Golf greifen wir auf Ressourcen im Volkswagen Konzern zurück, was die Entwicklungszeit verkürzt und Kosten reduziert. Die verbleibende Saison werden wir dazu nutzen, unter Wettbewerbsbedingungen zu testen und ein mögliches Kundensport-Projekt ab 2016 zu evaluieren“ sagt Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito.

2,0 Liter Turbo aus dem Golf R

Zum Paket gehören zahlreiche Motorsport-Applikationen. 18-Zoll-Rennfelgen, ein – verglichen mit dem Serien-Golf – um etwa 40 Zentimeter breiteres Fahrwerk, ein aerodynamisch geformter Frontsplitter gehört ebenso wie ein Heckflügel aus Carbon zu den Optimierungen für die Rennstrecke. Für die Sicherheit des Fahrers sorgen unter anderem ein Rennsitz mit Kopf-Protektoren, eine Rennsport-Sicherheitszelle sowie ein Sicherheitstank nach FIA-Reglement. Angetrieben wird der Golf von einem 2,0 Liter Turbo-Vierzylinder mit Benzin Direkteinspritzung aus dem sportlichen Topmodell Golf R. Ein DSG-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad soll die 330 PS bei 410 Newtonmeter Drehmoment des Fronttrieblers auf die Strecke bringen.

Zusammenarbeit mit Seat Sport

Volkswagen Motorsport entwickelt das Auto gemeinsam mit der Sportabteilung von Seat und kann somit auf Erfahrungen mit dem Leon Cup Racer zurückgreifen. Wie bei den Serienfahrzeugen aus dem Volkswagen Konzern soll die MQB-Plattform auch bei den Rennfahrzeugen zahlreiche Synergien schaffen und Kosten reduzieren.

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