Suchen

Motorsport Engineering VW ID R: Rekordversuch auf dem Nürburgring

| Autor/ Redakteur: Benjamin Bessinger/SP-X / Jens Scheiner

Neun Monate nach dem Sturm auf den Pikes Peak bereitet sich der VW ID R auf seine nächste Rekordfahrt vor: PS-Profi Roman Dumas will mit dem elektrischen Rennwagen die schnellste Runde auf der Nordschleife drehen.

Firmen zum Thema

Neun Monate nach dem Sturm auf den Pikes Peak will VW mit dem ID R den Rundenrekord auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings knacken.
Neun Monate nach dem Sturm auf den Pikes Peak will VW mit dem ID R den Rundenrekord auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings knacken.
(Bild: VW)

Nachdem VW mit dem elektrischen Prototypen ID R im letzten Jahr beim „Race to the Clouds“ schneller auf dem Pikes Peak in Colorado war, als jedes andere Auto in der Geschichte des berühmten Bergrennens, nehmen sich die Niedersachsen jetzt den Rundenrekord auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings vor.

Bildergalerie

Formel-1-Technik zum Energiesparen

Für die Fahrt durch die Grüne Hölle hat die Motorsportmannschaft den Flachmann komplett umgebaut, erläutert Teamchef Sven Smeets bei der Weltpremiere vor dem ersten Training. So bleibt es zwar in etwa bei der gleichen Akkukapazität, schließlich ist auch die Strecke mit 20 Kilometern am Pikes Peak und 20,832 Kilometern in der Eifel nahezu gleich lang. Und an der Leistung der beiden Motoren von zusammen 680 PS ändert sich genauso wenig wie am Allradantrieb. Doch mit einer neuen Übersetzung klettert die Höchstgeschwindigkeit von 240 auf 270 km/h und wo es am Pikes Peak um maximalen Abtrieb ging, ist die Aerodynamik hier auf höchste Effizienz getrimmt. Denn die Durchschnittsgeschwindigkeit muss auf der Rekordrunde bei mehr als 180 km/h liegen. Selbst ein System, mit dem man auf Knopfdruck wie in der Formel 1 den Luftwiderstand um 20 Prozent reduzieren kann, haben sie dafür eingebaut. Nur, dass es hier nicht zum Überholen genutzt wird, sondern um Energie zu sparen.

So viel sich am Auto ändert, bleibt eines allerdings gleich. Der Fahrer: Genau wie bei der Rekordfahrt in 7:57,148 Minuten auf den Pikes Peak sitzt auch in der Eifel der Franzose Romain Dumas am Steuer. Der kennt nicht nur den Wagen besser als jeder andere, sondern gilt auch als Routinier am Ring, der jeden Zentimeter der langen Strecke schon zigtausend Mal befahren hat. Nicht umsonst hat er auch schon vier Siege beim 24-Stunden-Rennen eingefahren.

Offiziell gilt als Ziel für die Rekordfahrt die Bestmarke unter den Elektro-Autos, die vor zwei Jahren der chinesische Newcomer Nio aufgestellt hat. Doch genau wie letztes Jahr am Pikes Peak ist das nur die halbe Wahrheit und die 6:45,90 Minuten sind allenfalls ein Zwischenziel. Denn auf der großen Plakatwand stehen bei der Premiere in gleicher Typographie auch jene 5:19,55, die Timo Bernhard mit seinem Porsche 919 Hybrid im letzten Sommer als bislang schnellste Runde aller Zeiten gefahren hat. Wenn man Romain Dumas vor dieser Wand stehen sieht, scheint der Satz aber noch nicht komplett und man müsste zwei Worte ergänzen: „Bislang zumindest.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45884433)