Automobilzulieferer VW lässt Prevent fallen – Zulieferer muss Arbeitern kündigen

Redakteur: Svenja Gelowicz

Nachdem Volkswagen die Lieferverträge mit den Prevent-Töchtern ES Automobilguss, Cartrim und Prevent Foamtech fristlos beendet hat, gibt der Zulieferer Kündigungen und Kurzarbeit bekannt.

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Der Zulieferer Prevent warf Volkswagen "schwerwiegenden Rechtsbruch" vor.
Der Zulieferer Prevent warf Volkswagen "schwerwiegenden Rechtsbruch" vor.
(Bild: VW)

Gut zwei Jahre hat der Machtkampf zwischen dem Autoriesen Volkswagen und dem Zulieferer Prevent gedauert. Der Grund: Wegen eines geplatzten Großauftrags haben zwei Prevent-Töchter im August 2016 Lieferungen an VW gestoppt.

Nachdem VW zum 21. März 2018 Lieferverträge mit den Prevent-Töchtern ES Automobilguss GmbH in Schönheide, Cartrim GmbH in Plauen (beide in Sachsen) und Prevent Foamtec in Stendal (Sachsen-Anhalt) fristlos beendet hat, gab Prevent nun Kündigungen und Kurzarbeit für rund 700 Beschäftigte bekannt. Sofern möglich, solle es Versetzungen geben. 90 Mitarbeiter der Prevent Foamtec hätten bereits die Kündigung erhalten. Zuvor hatte die Magdeburger Tageszeitung „Volksstimme“ berichtet, der Betrieb der Tochter Prevent Foamtec werde eingestellt.

Prevent-Ausstieg kostet VW dreistelligen Millionenbetrag

Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge kostet der Ausstieg bei Prevent den Konzern rund 200 Millionen Euro. Davon würden 159 Millionen Euro benötigt, um andere Zulieferer in die Lage zu versetzen, die Aufträge zu übernehmen, schrieb das Blatt unter Berufung auf eine interne VW-Präsentation. Hinzu kämen Schadenersatzforderungen in noch unbekannter Höhe. „Interne Unterlagen kommentieren wir nicht“, hieß es dazu bei VW. Der Autohersteller betonte seinerseits in einer Stellungnahme: „Volkswagen ist auf eine jederzeit planbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten angewiesen.“

Prevent teilte nun mit, die außerordentliche Kündigung der Lieferverträge durch VW entbehre „jeder rechtlichen und ökonomischen Vernunft“. Der Zulieferer warf Volkswagen „schwerwiegenden Rechtsbruch“ vor. Auch bei langfristig laufenden Verträgen seien seit dem 22. März keinerlei Teile mehr abgenommen worden. „Juristische Schutzmaßnehmen“ würden in die Wege geleitet.

Hintergrund: Prevent

Hinter dem Zulieferer Prevent steht die Investorenfamilie Hastor, die mit der gescheiterten Machtübernahme beim bayerischen Autozulieferer Grammer für Schlagzeilen gesorgt hat. Auch in Brasilien gab es Ärger mit einer Prevent-Tochter – die Folge waren 160 Tage Produktionsstopp, 140.000 Fahrzeuge weniger wurden gebaut, rund 18.000 Beschäftigte waren im Zwangsurlaub. Es entstand Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.

Im Januar war bekanntgeworden, dass Prevent einen weiteren Zulieferer übernommen hatte. Das Bundeskartellamt habe die Übernahme der saarländischen Halberg Guss mit ihren rund 3.000 Mitarbeitern durch die zu Prevent gehörende Castanea Rubra Assets GmbH genehmigt, teilte ein Sprecher der Investoren damals mit. Halberg produziert den Angaben zufolge in Saarbrücken, Leipzig und Kapstadt in Südafrika Kurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Kurbelwellen für Autos und Lastwagen. Zu den Kunden gehören laut Firmenangaben alle großen Autohersteller, darunter auch VW.

Mit Material von dpa

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