Ukraine-Krieg VW und Ford müssen Produktion zurückfahren

Quelle: dpa

Das Volkswagenwerk in Bratislava unterbricht für eine Woche die Produktion. Bei Ford in Köln gibt es Kurzarbeit. Neben der Halbleiterkrise sorgt der Ukraine-Krieg weiter für Materialmangel.

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In Köln muss Ford die Fiesta-Produktion zurückfahren.
In Köln muss Ford die Fiesta-Produktion zurückfahren.
(Bild: Ford)

Der Krieg in der Ukraine zeigt weitere Auswirkungen auf die europäische Automobilproduktion und verschärft die Probleme, die durch die Chipkrise ohnehin vorhanden sind.

So muss das Volkswagen-Werk in Bratislava für eine Woche seine gesamte Produktion unterbrechen. Grund dafür ist neben dem anhaltenden Chipmangel auf dem Weltmarkt auch der Krieg in der Ukraine, wie Firmensprecherin Lucia Kovarovic Makayova auf Anfrage mitteilte. „Infolge fehlender Bauteile wird die Fahrzeugproduktion in allen Segmenten vom 4. bis 8. April eingestellt.“

Die Unterbrechung werde genutzt, „um Lieferketten logistisch aufzufüllen und eine höhere Versorgungsstabilität in den darauffolgenden Wochen zu erreichen“. Schon am 21. und 22. März war die Produktion für zwei Tage unterbrochen. Die Experten von Volkswagen Slowakei arbeiteten in enger Kooperation mit dem Gesamtkonzern und den betroffenen Zulieferern an Alternativlösungen, um den Kunden eine höchstmögliche Liefersicherheit zu gewährleisten, hatte es damals geheißen.

Wegen Lieferengpässen fährt auch Ford wieder seine Produktion herunter. Für die kommende Woche sei Kurzarbeit beantragt worden, und die Fiesta-Werksarbeiten ruhten dann, sagte eine Ford-Sprecherin am Freitag. Gründe nannte sie nicht. Laut „Bild“ liegt das an Bauteilen, die ein Zulieferer in der Ukraine herstellt und nun wegen des Krieges vorerst nicht wie bestellt liefern kann.

Unter anderem geht es um Kabelbäume. Außerdem sind weiterhin Halbleiter aus Asien ein knappes Gut – deswegen hatte der Autokonzern schon im vergangenen Jahr mehrfach seine Produktion aussetzen müssen. In dieser Woche war die in der Fiesta-Produktion tätige Belegschaft drei Tage in Kurzarbeit. So soll es in der kompletten kommenden Woche weitergehen. Danach sind zwei Wochen Osterferien, und das Werk produziert ohnehin keine Fiestas – das war schon vorher festgelegt worden. Am 25. April könnte die Fiesta-Herstellung wieder hochgefahren werden.

Materialmangel in der Industrie nimmt zu

Ganz allgemein hat sich der Materialmangel in der deutschen Industrie nach Erkenntnissen des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo weiter verschärft. 80,2 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, teilten die Münchner Experten am Freitag mit. Im Februar waren es 74,6 Prozent. „Die Attacke auf die Ukraine hat die Lage für viele Unternehmen nochmals verschlechtert“, sagte Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe laut Mitteilung. Es seien neue Probleme in den Lieferketten hinzugekommen. 17 Prozent der Industriefirmen importierten zum Beispiel aus Russland.

In den Schlüsselbranchen blieben die Anteile laut Umfrage auf sehr hohem Niveau nahezu unverändert. So berichteten rund 90 Prozent der Unternehmen aus der Autoindustrie, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie von Lieferproblemen. In der chemischen Industrie stieg der Anteil laut Ifo von 58,4 auf 70,5 Prozent. Auch bei den Herstellern von Bekleidung berichteten deutlich mehr Unternehmen von Knappheiten. „Ursprünglich hatten die Unternehmen für den Sommer mit einer Entspannung gerechnet. Die wird sich nun weiter verzögern“, sagte Wohlrabe.

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