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Abgasnachbehandlung

Wassereinspritzung gegen Stickoxide

| Autor/ Redakteur: Ampnet/jri / Thomas Günnel

Mittels Wassereinspritzung gegen Stickoxide: Das Start-up „Go Diesel“ aus Neuwied will sein System als Hardware-Nachrüstung anbieten. Eine erste Demonstration plant das Unternehmen auf einem Fahrgastschiff am Mainzer Rheinufer.

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Das Start-up Go Diesel will den Stickoxid-Ausstoß von Dieselmotoren mittels einer nachrüstbaren Wassereinspritzung reduzieren.
Das Start-up Go Diesel will den Stickoxid-Ausstoß von Dieselmotoren mittels einer nachrüstbaren Wassereinspritzung reduzieren.
(Bild: Audi)

Die hohe Stickstoffdioxid-Belastung in Städten wie Mainz oder Wiesbaden rückt auch Schiffsmotoren in den Fokus. Die auf den Binnenwasserstraßen verkehrenden Schiffe sind mit rund 25 Prozent an den NOx-Werten von Flussanrainerstädten beteiligt. „Mit der Wassereinspritzung ergänzen wir die bislang schon vorhandenen Nachrüstoptionen um eine weitere, mit rund 1.000 Euro sehr kostengünstige Alternative“, lenkt Go-Diesel-Firmensprecher Christian Elvers den Blick zurück auf die Straße und spricht von NOx-Reduktionen von bis zu 50 Prozent.

Für Diesel mit Euro 4, 5 und 6 b/c

Nach Elvers Worten eignet sich die Wassereinspritzung für alle Pkw-Dieselmotoren der Schadstoffklassen Euro 4, Euro 5 und Euro 6 b/c. Eingriffe in die Motorsteuerung seien nicht erforderlich. Wie Forschungsprojekte belegten, bleibe die Effizienz der Dieselmotoren vollständig erhalten. Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen würden nicht erhöht, Laufkultur und Leistung nicht negativ beeinflusst. Go Diesel will für sein Verfahren auch eine Garantieversicherung anbieten. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken begleitet das Unternehmen wissenschaftlich.

Die Wassereinspritzung des Neuwieder Unternehmens setzt bei den hohen Verbrennungstemperaturen des Diesels an. Die Funktionsweise: Destilliertes Wasser wird per Injektor in die Ansaugluft des Motors eingedüst – das senkt die Spitzentemperaturen im Brennraum auf ein Niveau, das weiterhin die einwandfreie Funktion von Dieselpartikelfiltern, Oxidations- beziehungsweise Speicherkatalysatoren von Automobilen gewährleistet. Eine leistungsfähige Elektronik, die unter anderem die Signale eines in das System integrierten NOx-Sensors verarbeitet, regelt die passende Dosierung.

Nachrüsten statt umtauschen

Fritz Cirener von Go Diesel verdeutlicht zudem, dass Nachrüstungen umweltfreundlicher seien als das derzeitige Umtauschprogramm vieler Hersteller. Sein Beispiel: Der Besitzer eines Diesels der Mittelklasse mit einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern lässt sein Fahrzeug verschrotten und wählt einen neuen Benziner der gleichen Fahrzeugklasse. Die Neuanschaffung würde 42 Jahre benötigen, um den durch Entsorgung des Altfahrzeugs und Neuproduktion entstandenen CO2-Nachteil auszugleichen. Selbst ein Elektroauto schneide hier mit elf Jahren Nutzungsdauer nicht entscheidend besser ab, so Cirener.

Ihr System stellen die Jungunternehmer Rita Vogtmann, Fritz Cirener und Christian Elvers auf einem Fahrgastschiff am Mainzer Rheinufer vor. Die „Willy Schneider“ wird zur Bundesgartenschau im nächsten Jahr mit dem neuen System ausgestattet.

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