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Automatisiertes Fahren Wie Aptiv menschliches Verhalten in Algorithmen abbildet

| Autor: Hartmut Hammer

Selbstfahrende Autos sollten sich wie umsichtige Fahrer verhalten. Wie das zwischen Verkehrsregeln, menschlichem Fehlverhalten, ethischen Maßstäben und lokalen (Fahr-)Kulturen gelingen könnte, erprobt der Zulieferer Aptiv.

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Und nun? Automatisierte Fahrfunktionen müssen auch für überraschende Verkehrssituationen vernünftige Lösungen finden.
Und nun? Automatisierte Fahrfunktionen müssen auch für überraschende Verkehrssituationen vernünftige Lösungen finden.
(Bild: Aptiv)

Die Ampel steht für Autos auf Grün, dennoch quert ein Fußgänger die Kreuzung. Oder: Ein Auto parkt in zweiter Reihe, und der Mittelstreifen ist eine durchgezogene Linie. Das sind zwei Verkehrssituationen, bei denen ein Fahrer mithilfe seines gesunden Menschenverstands eine vernünftige und sichere Entscheidung trifft. Doch wie gelingt das einem selbstfahrenden Auto, das sich an die Verkehrsregeln halten soll? Würde regelkonformes Verhalten nicht dauernd zu Verkehrsbehinderungen führen? Ist es andererseits möglich, eine komplexe Verkehrssituation durch geringfügiges Übertreten von Verkehrsregeln sicher aufzulösen? Für solche Spezialfälle gibt es bisher noch keine Algorithmen, die rundum sicheres automatisiertes Fahren ermöglichen. Das ist einer der Gründe, warum die Euphorie um das selbstfahrende Auto deutlich abgeflaut ist.

Das Chaos beschreiben

Ein Team von Aptiv Autonomous Mobility will ein stimmiges Fahrverhalten antrainieren, und zwar mit einem stringenten System von mathematischen Beschreibungen der Verkehrsregeln, Fahrpräferenzen und ethischen Faktoren sowie deren Beziehungen untereinander. In diesem Regelwerk sind die einzelnen Parameter hierarchisch nach Priorität geordnet. Ganz oben steht für Aptiv die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer; geringste Priorität haben Komfortfaktoren. Die Einstufung aller anderen Parameter dazwischen – wie etwa das Befolgen von Verkehrsregeln und das Anpassen an den Verkehrsfluss – sieht man als verhandelbar an. Allerdings plädiert Aptiv dafür, dass diese Gewichtung und Einstufung erst nach einem intensiven öffentlichen Diskurs erfolgen sollte – sie sollte nicht den Entwicklern überlassen bleiben.