Wertschöpfung Wie die Automobilkonzerne ins Revier der Zulieferer eindringen

Von Svenja Gelowicz

Die E-Mobilität verteilt die Wertschöpfung in der Auto-Lieferkette neu. Wie forsch die Autobauer dabei bereits vorangeschritten sind und was noch für die Zulieferer übrig bleibt: Eine Analyse.

Montage des VW-Stromers ID 3 in Dresden.
Montage des VW-Stromers ID 3 in Dresden.
(Bild: Volkswagen)

Der Kuchen für Automobilzulieferer wird durch die Elektromobilität kleiner. E-Antriebssysteme bestehen im Vergleich zum Verbrenner aus 80 Prozent weniger Komponenten; die Autobauer wiederum wollen ihre Werke durch eine hohe Fertigungstiefe besser auslasten. Bislang hatten die Automobilzulieferer noch ihren Anteil an den Umfängen, heißt es von der Unternehmensberatung Alix Partners in einer Analyse am Mittwoch. Doch die Investitionspläne der Autokonzerne zeigten deutlich, dass die Systemintegration und ein erheblicher Anteil an Entwicklungsleistung von Zulieferern auf die Autokonzerne übergehe.

Ab 2022 wird die Montage des Elektromotors verstärkt in den Aggregatewerken der OEMs stattfinden.

Xing Zhou, Alix Partners

Zwar integrierten die ersten Generationen der Elektroautos ganz traditionell die Systemlieferanten bei Batteriemodulen, Elektromotoren oder Wechselrichtern. Doch, warnen die Analysten, das ändere sich rasant. Denn die großen Automobilhersteller haben ihr Territorium bei der elektrischen Wertschöpfung bereits großteils abgesteckt. Und zwar zulasten der Zulieferer: Die wichtigen Systeme Batterie und E-Motor wollten Autobauer für etwa 80 Prozent der kommenden Elektro-Generationen nahezu gänzlich selbst fertigen. Aktuell kaufen sie laut der Beratung für 90 Prozent der Modelle noch die Teile und Komponenten zu. Zugleich wachse die Anzahl der Marktteilnehmer im Feld Elektromobilität um über 30 Prozent. Gerade Unternehmen aus der industriellen Fertigung wie beispielsweise Rotoren- und Statorpaketstanzer drängen zunehmend in das Geschäft, erklärt Xing Zhou, Director bei Alix Partners.