Bundesverkehrsminister Wissing fordert von deutschen Autoherstellern mehr Tesla-Attitüde

Von Christoph Seyerlein

Die FDP galt vor der Wahl als Partei, die sich für E-Fuels stark machte. Nun erteilte Volker Wissing Autofahrern, die auf den Durchbruch synthetischer Kraftstoffe im Pkw hofften, eine Abfuhr. Dort setzt er voll auf die E-Mobilität – und fordert dabei von deutschen OEMs mehr Engagement.

Dass er im Pkw-Verkehr voll auf die Elektromobilität setzen will, hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing zuletzt bereits im „ARD Morgenmagazin“ verdeutlicht. In einem Interview mit „Tagesspiegel Background“ verlieh er seiner Position nun Nachdruck. „Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb“, erklärte Wissing.

Nun geht es für den Minister und sein Team darum, Autofahrern die Stromer noch schmackhafter zu machen. „Der Erfolg der Elektromobilität basiert letztlich auf den Entscheidungen der Autokäuferinnen und -käufer“, so Wissing. Ein Umstieg müsse als Fortschritt empfunden werden. Der Druck auf Fahrer von Autos mit einem Verbrennungsmotor wird in jedem Fall weiter steigen. „Die Nutzung fossiler Kraftstoffe wird in Zukunft teurer werden“, kündigte Wissing an.

Daneben brauche es eine bessere Ladeinfrastruktur. Die Wallbox-Förderung für Privathaushalte, die nach großem Andrang kürzlich ausgelaufen war, will der neue Verkehrsminister aber nicht ohne Prüfung wieder einführen. „Mir ist es zu wenig, einfach nur bestehende Programme zu verlängern, ohne zu analysieren, was die Menschen vom Umstieg abhält“, sagte der FDP-Politiker.

Doch nicht nur die Politik, auch die Industrie sei weiter gefordert, um die Attraktivität ihrer Elektroautos zu steigern. „Tesla ist es gelungen, mit seinen Modellen viele Käuferinnen und Käufer zu begeistern, dies würde ich mir auch für die deutschen Automobilhersteller wünschen“, so Wissing. Tesla hatte mit dem Model 3 etwa das meistzugelassene E-Auto im Jahr 2021 gestellt. Bei den absoluten E-Zulassungszahlen hatte VW mit seinen Modellen E-Up, ID 3 und ID 4 aber vor den Kaliforniern gelegen.

Keine E-Fuels für Pkw

Autofahrern, die noch auf den Durchbruch synthetischer Kraftstoffe im Pkw hoffen, erteilte Volker Wissing eine Abfuhr. „Wir werden E-Fuels vor allem für den Flugverkehr brauchen. Auf absehbare Zeit werden wir aber nicht genug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben“, sagte er. Das bedeute allerdings nicht, dass es in Zukunft keine Innovationen mehr im Pkw-Umfeld gebe.

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