Suchen

ISKO Zeit- und Kostenersparnis

| Redakteur: Thomas Weber

Ein neues Simulationsverfahren ermöglicht es Cabrioverdeck-Herstellern in kürzester Zeit und ohne teure Stoffe zu verschneiden, den optimalen Zuschnitt für das Stoffdach zu finden.

Die Münchner Ingenieure des Büros ISKO engineers haben zusammen mit Dr. Thomas Chatzikonstantinou ein neues Simulationsverfahren entwickelt, mit dem Cabrioverdeck-Hersteller in kürzester Zeit und ohne teure Stoffe zu verschneiden den optimalen Zuschnitt für das Stoffdach finden. Das Verfahren sei bereits in einem Pilot-Projekt beim Fahrzeugdachhersteller Magna Car Top Systems in Bietigheim-Bissingen getestet worden, teilt ISKO mit.

„Bei einem Cabriostoffverdeck muss beachtet werden, dass es im geschlossenen Zustand weder Falten bildet, noch so sehr unter Spannung steht, dass es droht zu reißen“, sagt Holger Jung von Magna Car Top Systems. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg stellt unter anderem Dachsysteme für Porsche, Mercedes-Benz oder Ferrari her. In Zusammenarbeit mit einem geübten Sattler, der die Stoffmodelle zuschneidet, müssten bis zu zehn Modelle gestaltet werden, bis ein optimales Dach ohne Falten gefertigt ist. Denn ist der Cabrio-Stoff erst einmal auf dem Dachgestell appliziert, wird es sehr schwierig, wieder auf die Ursprungsform und die Nähmuster zurückzukommen. „Eine kleine Änderung kann in ihrer Wirkung auf das gesamte Dachsystem kaum vorhergesehen werden“, sagt Michael Probst, Vorstand des Ingenieurbüros ISKO engineers.

Vollständige Simulation

„Wir können anhand dieses Projekts absehen, dass es mit der Simulation möglich ist, die Anzahl der benötigten Realmodelle um die Hälfte zu verringern“, so Jung. Dies bedeutet eine Zeit- und Kostenersparnis, denn laut Probst dauert es rund zwei Monate, bis ein Zuschnitt per Hand optimiert werden kann. Besonders in der Frühphase der Dachentwicklung hält Jung die Simulation für sinnvoll. „Wenn noch kein Stoffmodell gemacht wurde und wir aber anhand der Computerberechnung schon erkennen können, wo es Probleme beim Verhalten des Bezugs auf dem Dachgestell geben wird, können wir schon mit einem verbesserten Zuschnitt beim ersten realen Dachaufbau arbeiten.“

Die Simulation basiert auf der Finite Elemente Methode (FEM), bei der ein Bauteil in endlich viele Elemente zerlegt wird, die die Geometrie und das Material des Objekts darstellen. Der Zuschnitt wird zweidimensional modelliert und schließlich rechnerisch auf das dreidimensional abgebildete Gestell gespannt. „Wir können damit nicht nur das Spannungsverhalten des Stoffes im geschlossenen Zustand beschreiben“, sagt Ingenieur Probst. Auch wo und wie der Stoff beim Öffnen und Schließen des Verdecks Falten werfen wird, könne simuliert werden.

(ID:263385)