Mobilitätsangebot ZF bietet Shuttles und deren Betrieb an

Autor: Svenja Gelowicz

ZF und DB Regio wollen eine Art Komplettangebot für den Shuttlebetrieb anbieten. Was neben der ZF-Technik mit in dem Paket steckt, das der Zulieferer mit seinem neuen Partner schnüren kann.

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Torsten Gollewski, Leiter Autonomous Mobility Systems von ZF (links) und Frank Klingenhöfer, Vorstand DB Regio Bus.
Torsten Gollewski, Leiter Autonomous Mobility Systems von ZF (links) und Frank Klingenhöfer, Vorstand DB Regio Bus.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Eine Art Shuttle-Bahnhof mitten in einer Großstadt, komplett verglast. Aus mehreren Fahrspuren schießen Shuttles auf eine Kreuzung und verteilen sich auf ihrem Weg durch eine Mega-City. Sie fügen sich mühelos in den Verkehr ein: Kein Wunder, schließlich haben sie eine eigene, gekennzeichnete Fahrspur. Sie gleiten auf einer dreispurigen Straße entlang, zur Rechten ein Fahrradstreifen, links rollen Autos.

Der Imagefilm, den ZF am Donnerstag (7. Oktober) veröffentlicht hat, soll zeigen: Privat-Pkws könnten in Städten künftig nicht mehr das dominierende Verkehrsmittel sein. Denn der weltweit viertgrößte Autozulieferer will gemeinsam mit der DB Regio autonome Transportsysteme „als passgenaues Angebot“ an deutsche Städte und Kommunen verkaufen. Den Vertrag, der die Zusammenarbeit besiegelt, haben die Unternehmen im Oktober geschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erste Städte hätten Interesse bekundet und Projekte liegen in der Schublade, sagte Torsten Gollewski, Leiter Autonomous Mobility Systems bei ZF, bei einer Pressekonferenz. Er verwies dabei auf das sogenannte Rabus-Projekt, wo beide Partner in einem Konsortium autonome Shuttles in den ÖPNV von Karlsruhe und Mannheim bringen. Auch mit der Stadt Passau laufen Gespräche, sagt Gollewski.

ZF-Hochleistungsrechner: Gleich mehrere stecken in den Shuttles

In den Fahrzeugen stecken mehrere der Hochleistungsrechner ZF Pro AI, außerdem stamme das gesamte Antriebssystem aus den Hallen der Friedrichshafener. Allerhand Sensorik wie Radar, Lidar oder Kameras unterstützen die Shuttles bei ihrer Arbeit. Die Software für das automatisierte Fahren kommt von Oxbotica. Der Zulieferer hält fünf Prozent der Anteile an dem britischen Software-Start-up.

Gemeinsam mit der DB Regio sei der Zulieferer in der Lage, Städten und Kommunen die Projektierung, Planung, Streckenführung, Inbetriebnahme und Wartung der Shuttles samt zusätzlicher Services anbieten zu können. Auch die Kommunikation mit den Passagieren über Apps will ZF anbieten. DB Regio soll den Betrieb übernehmen und bringt dabei die Erfahrung aus verschiedenen Shuttle-Projekten mit, beispielsweise der Teststrecke in Bad Birnbach.

Tempo 40 und für bis zu 22 Passagiere

Die beiden Partner rechnen damit, dass bis zum Jahr 2035 über 30.000 hochautomatisierte oder autonome Minibusse notwendig sein werden, um deutsche Städte im Öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten. Die Shuttles von ZF sollen vorerst mit einem Tempo von 40 km/h unterwegs, später aber doppelt so schnell sein. In eines der Fahrzeuge passen bis zu 22 Personen. Die Partner streben einen durchgängigen Betrieb der Minibusse an.

Die Fahrzeuge könnten dabei auf verschiedene Art und Weise im Einsatz sein. Einmal wie eingangs beschrieben auf einer Extra-Fahrspur. Außerdem könnten die Shuttles den liniengebundenen Busverkehr unterstützen, in dem sie zwischen den planmäßigen Fahrten je nach Bedarf als zusätzliche Transportmittel die Haltestellen ansteuern. Und schließlich als autonomes Shuttle, das die letzte Meile vereinfacht.

„Die aktuelle Shuttlegeneration ist auf den Betrieb in baulich abgetrennten Fahrspuren ausgerichtet – diese Anwendung bedeutet für viele Städte bereits eine Entlastung der angespannten Verkehrssituation“, sagt Gollewski. „Strecken lassen sich so auslegen, dass sie den bestehenden ÖPNV optimal ergänzen.“

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Redakteurin im Ressort Management