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Leichtbaukompetenz ZF eröffnet Composites Tech Center

| Redakteur: Christian Otto

ZF Friedrichshafen möchte noch mehr Know-how für die Serienfertigung von leichten Komponenten aus Faser-Kunststoff-Verbund-Werkstoffen sammeln. Dafür soll das neue gegründete ZF Composites Tech Center am Standort Schweinfurt die Produktions-Vorentwicklung vorantreiben. Das dort erzielte Wissen soll konzernweit genutzt werden.

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Am Standort Schweinfurt wird nun noch stärker an Komponenten aus Faser-Kunststoff-Verbund-Werkstoffen geforscht. Dafür entstand für 3,1 Millionen Euro ein Composites Tech Center.
Am Standort Schweinfurt wird nun noch stärker an Komponenten aus Faser-Kunststoff-Verbund-Werkstoffen geforscht. Dafür entstand für 3,1 Millionen Euro ein Composites Tech Center.
(Foto: ZF)

ZF hat an seinem Standort in Schweinfurt das ZF Composites Tech Center eröffnet. Auf einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern wird ZF dort künftig Produktionsprozesse für die Serienherstellung von Produkten aus Faser-Kunststoff-Verbund-Materialen (FKV) entwickeln. Dieses Know-how, das allen Divisionen des Konzerns zur Verfügung stehen wird, ist eine Voraussetzung für die Serienreife vieler Leichtbau-Konzepte, die ZF in den vergangenen Jahren für Pkw und Nutzfahrzeuge vorgestellt hat.

Kernstück des ZF Composites Tech Centers, das unter der Verantwortung der Zentralen Forschung und Entwicklung in Friedrichshafen arbeitet, ist eine Presse. Mit ihr lassen sich Komponenten aus duroplastischen Werkstoffen nach dem RTMVerfahren (Resin Transfer Moulding) herstellen. ZF kann in Schweinfurt künftig auch komplexe, prototypentaugliche Teile aus FKV in geringen Stückzahlen produzieren. Für den Aufbau des ZF Composites Tech Centers seit Anfang 2012 hat ZF insgesamt 3,1 Millionen Euro in Maschinen und Anlagen sowie in Gebäude investiert.

Fünfköpfiges Team

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel Grundlagenwissen und Erfahrung zum Thema Leichtbau aufgebaut und dabei auch verstärkt Faser-Kunststoff-Verbund-Werkstoffe eingesetzt“, sagt Michael Hankel, im ZF-Vorstand verantwortlich für die Divisionen Pkw-Antriebstechnik, Pkw-Fahrwerktechnik sowie für das Ressort Produktion. „Mit dem ZF Composites Tech Center wollen wir nun gezielt die Prozesstechnologien für eine Serienfertigung dieser Werkstoffe in den Fokus rücken und Know-how konzernweit zur Verfügung stellen.“

Im ZF Composites Tech Center, das zunächst vier Ingenieure unter der Leitung von Dr. Ignacio Lobo Casanova betreiben, sind neben einer Presse mit Hochdruckinjektionseinheit für verschiedene Harz-Härter-Systeme auch Anlagen zur Weiterverarbeitung installiert, darunter ein Roboter sowie ein Infrarot- und Temperofen.

Konzernweiter Wissenstransfer

Von den Ergebnissen des neuen Center profitieren konzernweit etwa 30 Entwicklungsingenieure, die im Augenblick in Projekten arbeiten, für die FKV-Materialkompetenz entscheidend ist. Es geht dabei um den konkreten Wissenstransfer. Diese Übertragung von Know-how ist indes nicht auf Leichtbau und FKV-Spezialisten beschränkt. So werden Werkzeugmacher eng in die Aktivitäten des ZF Composites Tech Centers eingebunden, damit die vorhandene Werkzeugkompetenz für Massiv- und Blechmaterialien sowie dem Kunststoffspritzguss in Richtung FKV erweitert wird.

Das ZF Composites Tech Center nimmt seinen Betrieb unmittelbar nach der Eröffnung auf. Auf dem Gelände, dem Werk Nord in Schweinfurt, stehen weitere Flächen für eine geplante Erweiterung zur Verfügung.

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