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Motorsport Engineering Zweite Chance für die Marke ATS

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Lisa Marie Waschbusch

ATS zählt zu den kaum bekannten italienischen Sportwagenmarken. In den frühen 1960er-Jahren wurden lediglich ein paar Fahrzeuge verkauft. Jetzt wagt der Hersteller mit einem neuen Fahrzeug einen zweiten Anlauf.

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Über 50 Jahre nach der Pleite bietet die italienische Sportwagenschmiede ATS ein neues Fahrzeug an: den GT.
Über 50 Jahre nach der Pleite bietet die italienische Sportwagenschmiede ATS ein neues Fahrzeug an: den GT.
(Bild: ATS)

Anfang der 1960er-Jahre kam es bei Ferrari zur sogenannten Palastrevolution. Einige der in der Folge geschassten Mitarbeiter gründeten 1962 die Sportwagenschmiede ATS mit dem erklärten Ziel, ihrem einstigen Arbeitgeber Konkurrenz machen zu wollen. Doch nach rund einem Dutzend gebauter Autos folgte 1964 bereits die Pleite. Trotz dieser eher unrühmlichen Episode wird die Marke ATS jetzt wiederbelebt. Das erste Modell heißt GT – ein Supersportler, von dem vorerst zwölf Fahrzeuge zum Stückpreis von umgerechnet gut 960.000 Euro entstehen sollen.

Wie oft bei in Kleinserie produzierten Sportwagen, greifen auch die Macher des GT auf eine bereits vorhandene Basis zurück. Zwar lässt ATS den Technikspender unerwähnt, doch alles deutet auf den McLaren 650S hin. Wenn auch gut kaschiert unter einer eigenständig gezeichneten Karosserie, sind die Proportionen des Brit-Boliden durchaus erkennbar. Auch der Blick auf die technischen Daten verweist auf eine McLaren-Basis: Das Herz des GT, ein 3,8-Liter-V8-Biturbo, leistet in der Standardversion 478 kW/650 PS und 678 Newtonmeter. In Kombination mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe soll der dank Carbon-Alu-Chassis 1,3 Tonnen leichte Hecktriebler in rund drei Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 stürmen und über 330 km/h schnell werden. Wem das nicht reicht, dem bietet ATS alternativ noch eine Leistungsstufe mit 515 kW/700 PS und 750 Newtonmeter Drehmoment an.

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Wählbare Modi für Alltag oder Rennstrecke

Ebenfalls wählen kann der Kunde zwischen verschiedenen Einstellungen für Lenkrad, Motor, Getriebe und Fahrwerk. Per Knopfdruck lassen sich die Modi Viaggio, Sport und Corsa aktivieren. Während Viaggio optimal für den Alltagseinsatz sein soll, empfiehlt sich Corsa für die Fahrt auf der Rennstrecke. Für eine ambitionierte Pistenhatz dürfte das Fahrwerk des GT eine gute Basis bieten. Der Italo-Brite ist unter anderem mit Einzelradaufhängung, elektronisch gesteuerten Dämpfern und Carbon-Keramik-Bremsen von Brembo gerüstet.

Neben der Außenhaut hat ATS auch den Innenraum umfangreich umgearbeitet, sodass auch hier die McLaren-Basis kaum mehr erkennbar ist. Die mit viel grauem Nubukleder ausgekleidete Fahrgastzelle hat ATS zusätzlich mit reichlich Alu, Sichtcarbon und Holz aufgewertet. Durch das Lenkrad blickt der Fahrer auf ein volldigitales Kombiinstrument. Zusätzlich gibt es einen Touchscreen, der unter anderem Informationen der Google-Navigation anzeigt.

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