Personalie Achter Audi-Technik-Vorstand in neun Jahren

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Zum 1. März bekommt Audi einen neuen Vorstand Technische Entwicklung. Schon wieder, muss man sagen. Denn auf dem Posten gab es in den letzten Jahren zahlreiche Wechsel.

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Oliver Hoffmann steigt bei Audi vom Chief Operating Officer zum Technik-Vorstand auf.
Oliver Hoffmann steigt bei Audi vom Chief Operating Officer zum Technik-Vorstand auf.
(Bild: Audi)

Audi hat einen neuen Chefentwickler. Wie die Ingolstädter am Mittwoch (24. Februar) mitteilten, wird Oliver Hoffmann mit Wirkung zum 1. März 2021 zum Vorstand Technische Entwicklung berufen. Er folgt in dieser Funktion auf Vorstandschef Markus Duesmann, der die Rolle seit Sommer 2020 interimistisch inne hatte.

Hoffmann, der am morgigen Donnerstag seinen 44. Geburtstag feiert, ist ein Eigengewächs aus dem Volkswagen-Konzern. Nach seinem Maschinenbau-Studium in Hannover stieg er 2004 in der Technischen Entwicklung bei Volkswagen ein. Es folgten verschiedene Führungspositionen in der Qualitätssicherung und Motorenentwicklung bei Lamborghini und Audi.

Hoffmann kennt Audi von der Pieke auf.

2017 übernahm Hoffmann die Leitung der Technischen Entwicklung bei Audi Sport. Ein Jahr später wurde er dort in die Geschäftsführung berufen. Im Jahr 2019 übernahm Hoffmann zusätzlich die Leitung der Technischen Entwicklung des Audi-Werks Neckarsulm und die Leitung der gesamten Audi-Antriebsentwicklung. Im Juni 2020 folgte der Schritt zum Chief Operating Officer der Technischen Entwicklung.

Vorschusslorbeeren von Management und Betriebsrat

Volkswagen-Chef Herbert Diess, der zugleich dem Audi-Aufsichtsrat vorsteht, bezeichnete Hoffmanns Berufung zum Vorstand als einen „weiteren Baustein“, der sich „in das neue Bild von Audi“ fügt. Als die Top-Prioritäten des neuen Top-Managers sehe er „den beschleunigten Ausbau des Produktportfolios Richtung E-Mobilität, die Entwicklung neuer technologischer Speerspitzen und den Schulterschluss mit seinen Entwicklungspartnern im Volkswagen-Konzern“, so Diess.

Audi-Betriebsratschef Peter Mosch bezeichnete Hoffmanns Ernennung zum Vorstand als eine erfreuliche Nachricht für die Belegschaft. Dieser kenne Audi „von der Pieke auf“. Nun gehe es für ihn darum, die Entwicklungsteams für den „Aufbruch bei Audi“ zu begeistern. Das sei dem Betriebsrat „in Zeiten eines gewaltigen strukturellen und technologischen Umbruchs in der Automobilindustrie sehr wichtig“.

Audi-Chef Markus Duesmann wiederum zeigte sich überzeugt, dass Hoffmann der Marke mit den vier Ringen „zu neuem Glanz verhelfen“ wird.

Mehrere Vorgänger stolperten über Dieselgate

Glanz versprühten Audi-Technikvorstände in der jüngeren Vergangenheit allerdings kaum einmal. Stattdessen war der Posten zuletzt ein regelrechter Schleudersitz. Fahrt nahm das Karussell im September 2012 auf, als Wolfgang Dürheimer die Leitung des Ressorts vom inzwischen verstorbenen Michael Dick übernahm, der zuvor in Rente gegangen war. Bereits im März 2013 löste ihn Ulrich Hackenberg ab. Dieser wurde selbst im September 2015 im Zuge der Diesel-Affäre beurlaubt. Selbst sein Nachfolger Stefan Knirsch stolperte nach nur knapp neun Monaten im Amt über den Skandal.

Im Mai 2017 übernahm dann Peter Mertens den vakanten Posten. Der ehemalige Volvo-Manager galt in Ingolstadt als Hoffnungsträger, gab sein Amt im September 2018 aber aus gesundheitlichen Gründen wieder auf. Ihm folgte Hans-Joachim Rothenpieler, der dann im Sommer 2020 um seine vorzeitige Pensionierung bat. Nach der Übergangslösung Duesmann ist Hoffmann damit der achte Technik-Vorstand bei Audi in weniger als neun Jahren.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility