Geschäftszahlen Analyse von über 460 Autozulieferern: Chinesische Konzerne wachsen am stärksten

Redakteur: Svenja Gelowicz

Eine Studie hat Hunderte Zulieferer weltweit untersucht – Umsatz und Mitarbeiterzahl sind deutlich gestiegen, aber gerade für Mittelständlern entwickelte sich das Geschäft durchwachsen.

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(Bild: Daimler)

In der Zeit von 2010 bis 2020 haben Autozulieferer ihren Umsatz von 1.300 Milliarden Euro auf etwa 1.800 Milliarden Euro gesteigert. Das zeigt eine Auswertung des Daten- und Analyseunternehmen Dun & Bradstreet gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML). Sie haben die Geschäftszahlen von insgesamt 463 Automobilzulieferer weltweit ausgewertet. Auch die Zahl der Beschäftigten ist rapide gestiegen: Waren es 2010 noch fast fünf Millionen, arbeiteten 2020 bereits gut acht Millionen bei Autozulieferern.

KMU schrumpfen, Konzerne wachsen

Dabei blicken die Analysten getrennt auf Großkonzerne und mittelständische Unternehmen. Letztere machen etwa drei Viertel der Zulieferindustrie aus. Ihr Anteil an der Wirtschaftskraft betrage allerdings nur ein Zehntel. Von knapp 360 Mittelständlern sind nur ein Viertel in der Zeitspanne von 2010 bis 2020 gewachsen, jedes sechste Unternehmen schrumpfte hingegen.

Die Großunternehmen hingegen, die gut 20 Prozent der Zulieferindustrie vertreten, wachsen „unaufhaltsam und profitabel“ und verfügten über eine wesentliche Wirtschaftskraft. Sie „folgen den Globalisierungsplänen der Kunden und zeigten sich anpassungsfähig, indem sie neue Geschäftsfelder erschließen“, heißt es in der Studie. Jeder zweite Großkonzern liegt in Sachen Rentabilität über dem Durchschnitt der analysierten Unternehmen. Außerdem seien von ihnen fast alle stark diversifiziert und über die Hälfte der Konzerne habe in den vergangenen zehn Jahren nennenswerte Zukäufe oder Neugründungen getätigt.

Eine besondere Gruppe der Großunternehmen sind diejenigen aus Asien. Denn sie stellen fast die Hälfte der Automobilzulieferer-Konzerne. Deutsche beziehungsweise europäische Unternehmen stellen ein Drittel. Chinesische Konzerne wachsen laut der Analyse am stärksten: Die Anzahl der Unternehmensstandorte habe sich mehr als verdoppelt. Allerdings entfielen auf Deutschland nur 1,3 Prozent ihrer Standorte.

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