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Karosserie Audi prägt Symbole in den Autolack

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Audi hat ein Verfahren zur partiellen Mattierung von lackierten Oberflächen entwickelt. Der Hersteller startet mit dem Sportwagen R8, weitere Modelle sind in Planung.

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Audi rauht mit einem neuen Verfahren den Lack an, sodass partiell mattierte Oberflächen entstehen. Hier im Audi Sport-Schriftzug zu sehen.
Audi rauht mit einem neuen Verfahren den Lack an, sodass partiell mattierte Oberflächen entstehen. Hier im Audi Sport-Schriftzug zu sehen.
(Bild: Audi)

Der Automobilhersteller Audi hat ein Verfahren zur partiellen Mattierung von lackierten Oberflächen entwickelt. Dabei raut ein spezielles Pulver die oberste Lackschicht wenige Tausendstel Millimeter tief an, sodass bei Lichteinfall individuelle Signets sichtbar werden.

Da die Bauteile erst nach dem Lackiervorgang mit den vom Kunden gewünschten Symbolen verziert werden, lässt sich der Prozess in den laufenden Serienbetrieb integrieren. Die Lackierung eines Fahrzeugs besteht neben der korrosionsschützenden kathodischen Tauchlackierung aus mindestens drei weiteren Schichten: Füller, Basislack sowie dem transparenten Klarlack als oberster Schutzschicht. In dem neu entwickelten Verfahren bringen die Techniker eine Schablone auf dem Bauteil an, die das gewünschte Muster ausspart. Anschließend sprüht eine Strahlanlage spezielles Pulver auf die Oberfläche, das den Klarlack nur wenige tausendstel Millimeter tief anraut – das entspricht weniger als einem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haars. Dadurch entsteht ein Effekt ähnlich einer matten und homogenen Prägung.

Licht wird diffus reflektiert

„Wir beeinflussen mit diesem Verfahren gezielt die Brillanz des Lacks sowie die Intensität seines Glanzes. Das einfallende Licht wird auf den individualisierten Stellen diffus reflektiert. Dadurch erscheinen sie matt“, sagt Projektleiter Dr. Erhard Brandl. Im Gegensatz zur Schrift- und Motivbeklebung ist das neue Verfahren witterungsbeständig und soll hochwertiger erscheinen. Umsetzen lassen sich nahezu alle Motive, die der Kunde wünscht und die keine Rechte Dritter berühren. Derzeit bearbeitet Audi Bauteile bis zu einem Quadratmeter Größe. Für den Sportwagen R8 bietet der OEM die Technik über das Individualisierungsprogramm Audi Exclusive erstmals an. Auf Wunsch können R8-Kunden die Seitenplatten aus Karbon sowohl beim Coupé als auch bei der offenen Spyder-Variante individuell gestalten lassen. Audi will das Verfahren künftig auch bei anderen Modellen anbieten.

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