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Fahrbericht Audi RS5 Sportback: Sportwagen in elegantem Gewand

| Autor / Redakteur: Ampnet/Jens Meiners / Lena Bromberger

Mit dem neuen Audi RS5 Sportback hat der bayerische Hersteller noch einmal an Leistung und Design draufgelegt. Unter der Haube steckt ein 2,9-Liter-V6-Biturbo.

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Der neue Audi RS5 Sportback.
Der neue Audi RS5 Sportback.
(Bild: Auto-Medienportal.Net/Audi)

Einst bezeichnete der damalige Audi-Chefdesigner Walter de Silva den A5 als das schönste Auto, das er je gezeichnet habe. Die typische geschwungene Form zeichnet auch die zweite Generation des A5 aus, und sie kommt vielleicht noch besser in der Fließheck-Variante zur Geltung, die traditionell auf die Bezeichnung Sportback hört. Jetzt hat Audi die Baureihe nochmals überarbeitet; wir haben am Lenkrad der Spitzenversion RS5 Sportback Platz genommen.

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Downsizing auch beim Audi RS 5 Sportback

Während die erste Generation des RS5, die es übrigens noch nicht als Sportback gab, noch von einem 4,2-Liter-V8-Saugmotor angetrieben wurde, steckt nunmehr ein 2,9-Liter-V6-Biturbo unter der scharf gezeichneten Haube. Er kommt in einer Reihe von Audi- und Porsche-Modellen zum Einsatz, weiß sich in dieser Baureihe allerdings besonders eindrucksvoll in Szene zu setzen. Denn der RS 5 Sportback ist mit 478 cm Länge, 187 cm Breite und nur 139 cm Höhe relativ kompakt ausgefallen; die Karosserie ist durchaus übersichtlich, und das Platzangebot ist gut, wenngleich nicht überragend. Die tiefe Sitzposition ist sportlich, und tatsächlich entspricht sie ja dem zweitürigen RS5 Coupé.

Vor dem Fahrer spannt sich ein horizontal betontes Cockpit auf, das optional mit einer digitalen Instrumentierung bestückt ist. Sie erfreut vor allem Liebhaber einer digitalen Balkengraphik, kann jedoch auch Rundinstrumente darstellen und bietet zudem eine großflächige Navigationsdarstellung. Wer darauf keinen Wert legt, ist mit der klassisch-analogen Instrumentierung besser bedient.

Von 0 auf Tempo 100 km in unter 4 Sekunden

Das Biturbo-Aggregat hat mit dem 1,8 Tonnen schweren Audi RS5 Sportback leichtes Spiel. Es ist an einen achtstufigen Wandlerautomaten gekoppelt und reißt den Fünftürer bei durchgedrücktem Gaspedal geradezu wütend nach vorn. Der Spurt von 0 auf 100 km/h ist in knapp unter 4 Sekunden erledigt, und die Abregelschwelle von 250 km/h lässt sich per RS-Dynamikpaket oder als Einzeloption auf 280 km/h anheben.

Audi RS5 Sportback: Fahrverhalten ähnlich wie beim Go-Kart

Dem gegenüber steht ein moderater NEFZ-Zyklusverbrauch von 9,2 Litern pro 100 Kilometer, der sich in der Praxis auch problemlos erreichen lässt – jedenfalls wenn man darauf verzichtet, die Reserven des RS5 auszuloten. Das verbietet sich auf öffentlichen Straßen ohnehin, denn das Fahrwerk mit 5-Lenker-Achsen und großzügig dimensionierten Stabilisatoren erlaubt geradezu wahnwitzige Kurvengeschwindigkeiten. Dies gilt vor allem dann, wenn bei der Bestellung die Dynamiklenkung mit variabler Übersetzung, das selbstsperrende Mitten-Sportdifferential sowie die variablen Dämpfer spezifiziert wurden. Die optionale Keramikbremse sorgt für eine nochmals bissigere Bremscharakteristik. Derart ausgerüstet nähert sich das Fahrverhalten des RS5 Sportback endgültig einem Go-Kart, doch auch die Serienausstattung dürfte kaum Wünsche offenlassen.

Es ist im übrigen eindrucksvoll, wie sich das Wesen des Audi RS5 Sportback der Stimmung des Fahrers anpassen kann. Vom lässigen Cruiser bis hin zum nervösen Sportgerät beherrscht er ein breites Repertoire an Charaktereigenschaften. Im Individual-Modus lässt sich dabei ein für den Fahrer passender optimaler Mix an Eigenschaften abspeichern. Wie die profaneren A5- und S5-Modelle profitiert auch der Audi RS5 Sportback von einem verbesserten, sehr schnell reagierenden Infotainment-System, das nunmehr über einen berührungsempfindlichen Bildschirm verfügt. Der Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole ist allerdings entfallen.

Äußerliche Veränderungen sorgen für ein markantes Design

Und auch von außen gibt es leichte Anpassungen, die allerdings nur dem Experten auffallen werden. So ist der Kühlergrill etwas tiefer angesetzt, Scheinwerfer- und Rückleuchtengraphik haben sich verändert, und Front- wie Heckschürze sind flächiger, gleichzeitig jedoch aggressiv gestaltet. Die Radgrößen liegen bei 19 oder 20 Zoll. Alle Änderungen betreffen übrigens auch das mit 83.500 Euro exakt gleich teure, zweitürige RS5 Coupé.

Gegen Aufpreis gibt es übrigens ein „Jubiläumspaket 25 Jahre RS“, das stilistisch und mit der verfügbaren Farbe Nogaroblau den einstigen RS2 Avant zitiert. Mit diesem historischen Vorbild hat der neue Audi RS5 Sportback ein Merkmal gemein: Er bietet die Fahrleistungen eines Sportwagens – verpackt in ein ausgesprochen elegantes Gewand.

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