Suchen

Registrierungspflichtiger Artikel

Wirtschaft Automobilmarkt Türkei: Fahrt auf Sicht

| Autor / Redakteur: Christian Otto / Thomas Günnel

Bis vor Kurzem galt die Türkei noch als verlässliche Größe für die dortigen Hersteller und Zulieferer. Doch die politische Instabilität könnte auch die bis dato erfolgreiche Automobilbranche erfassen. Die Unternehmen sind derzeit zum Abwarten verdammt.

Firmen zum Thema

Toyota startete Mitte November mit der Produktion des Modells C-HR in seinem türkischen Werk in Sakarya – ein anscheinend positives Signal.
Toyota startete Mitte November mit der Produktion des Modells C-HR in seinem türkischen Werk in Sakarya – ein anscheinend positives Signal.
(Bild: Toyota)

In der zweiten Novemberwoche vermeldete Toyota den Produktionsstart seines neuen Modells C-HR. Entscheidend an dieser Nachricht war weniger das „Wie“, sondern eher das „Wo“ des Fertigungsbeginns: Lief doch der erste C-HR in Sakarya vom Band, dem türkischen Werk des japanischen Herstellers. Das könnte wie ein positives Signal für die vor Ort aktiven Hersteller und Zulieferer wirken. Denn wegen der sich seit Sommer zuspitzenden politischen Lage im Land fürchten sie auch um die bis dato noch guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Politisch angespannt

Seit dem Putschversuch gegen die von Präsident Erdogan geführte Regierung Mitte Juli hat sich das Verhältnis zu Europa stetig verschlechtert: Das EU-Parlament hatte im November mit großer Mehrheit empfohlen, die Beitrittsgespräche der Europäischen Union mit der Türkei einzufrieren. Die Resolution ist eine Reaktion auf das Vorgehen der türkischen Führung gegen Staatsbedienstete, Medien und Oppositionelle nach dem Putschversuch. Und auch die EU-Ratspräsidentschaft hat in dieser Woche (13. Dezember) festgehalten, dass vorerst keine neuen Kapitel bei den Gesprächen um einen Beitritt der Türkei geöffnet werden sollen.

Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, AUTOMOBIL INDUSTRIE