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Wirtschaft

Autozulieferer Brose baut 2.000 Arbeitsplätze ab

| Autor/ Redakteur: dpa/mr / Maximiliane Reichhardt

Der Automobilzulieferer Brose will im Rahmen seines Sparprogramms „Future Brose“ 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sind vor allem einige fränkische Standorte sowie Stellen in Berlin.

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Brose sieht sich gezwungen, Arbeit in Niedriglohnländer zu verlagern. Vom drohenden Stellenabbau in Deutschland sind vor allem fränkische Standorte betroffen.
Brose sieht sich gezwungen, Arbeit in Niedriglohnländer zu verlagern. Vom drohenden Stellenabbau in Deutschland sind vor allem fränkische Standorte betroffen.
(Bild: Brose)

Brose will in Deutschland rund 2.000 Arbeitsplätze bis Ende des Jahres 2022 abbauen. Betroffen sind die Standorte Bamberg, Hallstadt, Coburg, Würzburg und Berlin, wie das Unternehmen am Donnerstag (17. Oktober) mitteilte. Außerdem soll die Fertigung von Schließsystemen von Wuppertal verlegt werden. Der globale Wettbewerb zwinge Brose zur Verlagerung von Arbeit in Niedriglohnländer, erklärte Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Nach eigenen Angaben beschäftigt Brose derzeit 26.000 Mitarbeiter in 23 Ländern. Der Automobilzulieferer entwickelt und fertigt mechatronische Systeme für Fahrzeugtüren und -sitze sowie Elektromotoren und Elektronik, unter anderem für Lenkung, Bremsen, Getriebe und Motorkühlung

Wir haben das größte Erneuerungsprogramm in der Unternehmensgeschichte angestoßen.

Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung

Sparprogramm „Future Brose“

Mit seinem sogenannten „Erneuerungsprogramm“ Future Brose will das Unternehmen mehrere Hundert Millionen Euro einsparen. „Der Wandel der Automobilindustrie, ein rückläufiger Markt, globaler Preisdruck, aber auch interne Ursachen beeinträchtigen die Geschäftsentwicklung bei Brose“, heißt es in einer Mitteilung. Als weitere Gründe nannte Brose die „einseitige Klimadebatte zulasten der Kfz-Industrie“ und damit verbundene Unsicherheiten in der Branche, aber auch steigende Personal- und Arbeitskosten. Nach Angaben des Automobilzulieferers sind vor allem Jobs in den Zentral- und Geschäftsbereichen betroffen. Die Anzahl der Auszubildenden werde zudem ab dem kommendem Jahr um zehn Prozent gesenkt.

Globalisierung und Klimawandel seien nur Vorwand für den geplanten „Kahlschlag“, kritisierte die zuständige Gewerkschaft. „Die IG Metall schließt nicht aus, dass damit auch hausinterne Fehler kaschiert werden sollen“, sagte Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Stoschek: Wollen an Eigenschaften eines Familienunternehmens anknüpfen

Betriebsbedingte Kündigungen sollen „weitgehend“ vermieden werden. „Mitarbeiter können sich auf dem internen Arbeitsmarkt bewerben“, teilte ein Unternehmenssprecher außerdem mit. „Weitere Möglichkeiten sind Altersteilzeit und Aufhebungsverträge.“

Anlässlich des 100-jährigen Standortjubiläums in Coburg appellierte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Michael Stoschek, bereits an seine Mitarbeiter: „Wir wollen wieder an die Eigenschaften eines Familienunternehmens anknüpfen, die uns in der Vergangenheit ausgezeichnet haben und die der Grund unseres außerordentlichen Erfolgs gewesen sind. Dazu haben wir das größte Erneuerungsprogramm in der Unternehmensgeschichte angestoßen.“ Demgegenüber steht laut Brose die Umschulung von Mitarbeitern im Hinblick auf die Digitalisierung in Entwicklung, Verwaltung und Produktion. Dafür sucht der Automobilzulieferer Software- und IT-Spezialisten.

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