Automobilrennen

Baja 1000: 50 Jahre Staub und Schotter

| Autor / Redakteur: Ampnet/hrr / Thomas Günnel

Die Rallye Baja 1000 wird 50. Zwischen dem 14. und 18. November versammeln sich deshalb Rennfahrer und Motorsportfans am Start in Ensenada/Mexiko, knapp zwei Autostunden südlich von San Diego/USA.
Die Rallye Baja 1000 wird 50. Zwischen dem 14. und 18. November versammeln sich deshalb Rennfahrer und Motorsportfans am Start in Ensenada/Mexiko, knapp zwei Autostunden südlich von San Diego/USA. (Bild: Volkswagen)

Für Fans ist sie nach wie vor die Baja 1000, auch wenn sie jetzt offiziell „BF Goodrich Tires Score Baja 1000“ heißt. Sie zählt zu den längsten und härtesten Auto- und Motorradrennen der Welt – im November jährt sich ihre Gründung zum 50. mal.

Zum Jubiläum zwischen dem 14. und 18. November werden sich Hunderte Rennfahrer und Tausende Motorsportfans am Start in Ensenada/Mexiko, knapp zwei Autostunden südlich von San Diego/USA, versammeln: sie feiern das 50. Jubiläum der Rallye Baja 1000. Und wie schon seit 50 Jahren werden auch diesmal modifizierte Volkswagen Käfer und frisierte Dune-Buggies mit Käfer-Fahrwerk dabei sein, die das Bild der Baja 1000 von Anfang an prägten, auch wenn sie inzwischen mit der starken Konkurrenz von heute nicht mehr ernsthaft mithalten können. Abseits befestigter Straßen führt die Rallye sie mindestens 1.000 Meilen (1.600 Kilometer) über Stock und Stein durch die Wüste im mexikanischen Teil Kaliforniens.

Rennen über Dünen- und Strandabschnitte

Der Wettbewerb entwickelte sich in den 1960er-Jahren aus der Dune-Buggy-und Off-Road-Szene der Hippie-Kultur Südkaliforniens. Zu deren bevorzugtem Zeitvertreib gehörten neben dem Hören von Folk- und Rockmusik und freier Liebe das Surfen über die Wellen des Pazifiks sowie Rennen mit aufgemotzten Autos auf VW-Käferbasis über die Dünen- und Strandabschnitte zwischen San Francisco und Los Angeles. Aus diesen Wettfahrten entstand 1967 eine Veranstaltung über die komplette Länge der niederkalifornischen Halbinsel auf mexikanischem Gebiet mit einem Auto- und Motorradrennen. Hier war das Terrain besonders anspruchsvoll, hier waren darüber hinaus die von der Flower-Power-Generation geschätzten Stimulanzien leichter zu bekommen als in den Vereinigten Staaten mit ihren strengen Drogengesetzen.

Daran hat sich bis heute wenig geändert. Traditionsgemäß beginnt sie in Ensenada und endet in La Paz, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Baja California Sur am Ausgang des Golfs von Kalifornien in den Pazifik. Dieses Mal ist die Veranstaltung gleichzeitig die letzte von in diesem Jahr insgesamt vier Wettbewerben, veranstaltet von Score, einer US-amerikanischen Organisation für Offroad-Rennen in der Wüste Mexikos. Auch diesmal werden es Fahrer, Beifahrer und Zuschauer mit Felsen, Steppe, tiefgründigem Sand und Staub zu tun bekommen – und das Tag und Nacht. Denn es wird rund um die Uhr gefahren. Während der Ruhepausen läuft die Stoppuhr weiter.

Erster Sieger: Meyers Manx-Strandbuggy

Das erste Rennen, damals unter dem Namen Mexican 1000 stattfand, führte am 31. Oktober 1967 von Tijuana an der Grenze zu den USA nach La Paz. Von den 68 Fahrzeugen, die am Start standen, kamen nur 31 heil über die 950 Meilen lange Strecke, die Sieger benötigten 27 Stunden und 38 Minuten. Es gab keinen festgelegten Kurs, lediglich fünf Checkpoints, an denen sich die Teams melden mussten. Wie sie zwischen den einzelnen Kontrollpunkten auf den unbefestigten Straßen und Wegen navigierten, war ihre Sache. Während Motorräder einen Großteil des Rennens führten, ging der Sieg an einen Meyers-Manx-Strandbuggy von Bruce Meyers mit einem Volkswagen-Käfer-Chassis.

Der Meyers Manx war von Anfang an dabei und löste den Aufstieg des Baja Bug aus, einem Käfer, der für die raue Umgebung der Wüste modifiziert wurde. Bei der inzwischen in einigermaßen geordneten Bahnen mit einer Vielzahl von Klassen verlaufenden Baja 1000 nehmen auch heute noch Volkswagen in verschiedenen Kategorien teil, darunter eine für luftgekühlte Käfer mit Boxermotor. Auch andere Organisationen wie zum Beispiel die M.O.R.E. (Mojave Off Road Racing Enthusiasts) setzten diese Fahrzeuge ein. Ein solches Auto der Klasse 11, das von Desert Dingo Racing gebaut wurde, sicherte sich Volkswagen of America für seine Sammlung historisch bedeutender VW-Modelle.

Volkswagen blickt mittlerweile auf eine 50-jährige Geschichte in der Wüste Kaliforniens mit seinem Käfer und den unterschiedlich modifizierten Buggies zurück, von denen viele von Bruce Meyers selbst oder seinem Unternehmen Meyers Manx gebaut wurden. Die nahezu unverwüstlichen Vehikel waren von Anfang an dabei und nichts deutet darauf hin, dass sich das in absehbarer Zeit ändern würde.

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